Frank Lauenroth: Im Innern der Bestie (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 14. Mai 2026 07:31

Frank Lauenroth
Im Innern der Bestie
Empire, 2025, Taschenbuch, 388 Seiten, 14,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Nach seinen „Marathon“-Thrillern wagt Frank Lauenroth etwas ganz Neues. Denn nicht Schnelligkeit und Strecke sind in „Im Innern der Bestie“ seine Themen, sondern ein abgeschottetes Gebäude voller Menschen. Und eine Kommissarin, die eine besondere Wahrnehmung besitzt.
Eigentlich kommt die Hamburger Kriminalkommissarin Claudia Camister nur nach London, um alles in die Wege zu leiten, ihre demente Mutter zu sich zu holen. Schlimm genug, dass die Hauptstadt unter Hitze leidet, kurz nach ihrer Ankunft steht auch das ganze Gebäude unter Quarantäne. Angeblich soll ein Besucher die Pest eingeschleppt haben. Doch das ist nicht das Schlimmste, denn im Inneren des Wohnkomplexes wird nun auch noch eine Leiche gefunden. Der Mörder muss also noch im Haus sein, weil niemand mehr nach draußen kann. Kein Wunder, dass die Ermittlerin in Claudia erwacht.
Eine Kommissarin mit Asperger-Autismus, eine Mutter mit Demenz. Der Autor greift dabei auf Erfahrungen aus seinem eigenen Umkreis zurück, was er auch in einem Nachwort deutlich macht. So sind die Verhaltensweisen natürlich nicht allgemeingültig, bieten aber interessante Entwicklungen in der Geschichte.
Was steckt hinter den Morden? Und wie soll Claudia den Täter finden? Immerhin findet sie schon bald einen Verbündeten im Hausmeister, aber kann sie ihm wirklich trauen?
Die Geschichte wird klassisch erzählt, denn natürlich kommen die Ermittlungen erst einmal nicht so gut voran und der Täter kann weiter sein Unwesen treiben. Aufgrund des abgeschlossenen Schauplatzes zieht sich aber auch das Netz enger.
Der Roman lebt durch diese Umgebung, denn das Hochhaus in dem so viele Menschen leben, dass sich ein Kiosk im Erdgeschoss lohnt, hat so seine Geheimnisse und bietet eine ganze Menge Überraschungen, die nach und nach eine klare Spur zum Täter legen. Am Ende kommt es dann noch einmal zu einem actionreichen Showdown.
Die Geschichte wird mehr oder weniger aus Claudias besonderer Sicht erzählt, die der Handlung eine interessante Würze geben, gerade weil sie nicht immer so handelt, wie man es erwarten würde. Die Hinweise sind sauber ausgelegt und verknüpfen sich am Ende zum passenden Verdacht, der Showdown bricht ebenfalls mit den üblichen Konventionen.
So bietet „Im Innern der Bestie“ tatsächlich ein wenig mehr als Ermittlungen innerhalb eines abgeschotteten Schauplatzes, in dem der Mörder genauso gefangen ist. Gerade die Besonderheiten einiger Figuren heben die Geschichte ein wenig aus der Masse heraus, obwohl das eine oder andere Klischee eingesetzt wird.