Sarah Beth Durst: The Faraway Inn (Buch)

Sarah Beth Durst
The Faraway Inn
(The Faraway Inn, 2026)
Übersetzung: Sara Riffel
Loewe, 2026, Hardcover, 400 Seiten, 19,95 EUR

Rezension von Christel Scheja

Sara Beth Durst ist in Deutschland durch ihre liebenswerten und warmherzigen Fantasy-Romane bekannt geworden, in denen keine großen Taten, sondern kleine, aber feine Magie und freundliches Miteinander im Vordergrund stehen. Nun präsentiert sie mit „The Faraway Inn“ auch eine Variante, die vor allem junge Leser ansprechen soll.


Calisa hat schon zu Beginn des Sommers die Nase voll. Weil sie ihren Freund, der sie betrogen hat, nicht dauernd vor Augen haben will, nimmt sie die Idee ihrer Mütter gerne an und reist zum B&B ihrer Großtante Zee. Allerdings ist die gar nicht erfreut über ihre Ankunft und das Haus, wie auch die Räume sind in einem üblen Zustand. Nicht zuletzt kommen die Gäste eher seltsam daher. Aber Calisa ist fest entschlossen zu bleiben und nähert sich nicht nur Jack, dem Sohn des Verwalters an, sondern findet schon bald heraus, was wirklich hinter diesem Ort steckt.

 

Eines haben die Heldinnen von Sarah Beth Durst wohl gemeinsam. Auf der einen Seite sind sie Träumerinnen, offen für die Wunder und die Magie rund um sie herum, auf der anderen Seite stehen sie aber auch fest mit beiden Beinen auf der Erde und wissen anzupacken, haben keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen.

Tatsächlich bringt auch Calisa grundlegende hauswirtschaftliche Fähigkeiten mit sich, durch die sie versucht, ihre Großtante zu überzeugen, während sie nach und nach immer tiefer in die Geheimnisse des Hauses eintaucht. Schuld daran ist nicht zuletzt wohl auch Jack, der all das verkörpert, was sich die Heldin an einem Freund wünscht.

Romantische Gefühle kommen sicherlich auf, aber zunächst entwickelt sich erst einmal Vertrauen zwischen den Hauptfiguren. Freundschaften entstehen auch nach und nach mit den anderen Bewohnern, so dass der Übergang von der wirklichen in eine Welt voller Magie und Zauberei für Calisa ganz einfach ist.

Und natürlich entdeckt sie nach und nach auch das Besondere in sich. Das macht die Handlung zwar ein wenig vorhersehbar, aber man merkt hier, dass wieder einmal der Weg das Ziel ist. Die Geschichte wirkt ein wenig dünn, ist aber liebevoll und bunt ausgestattet, bringt einen immer wieder zum Schmunzeln und macht neugierig darauf, die Geheimnisse des Hauses zu enthüllen. Das Ende ist versöhnlich und rund, so dass letztendlich keine Wünsche offenbleiben dürften.

„The Faraway Inn“ vereint Elemente von Young-Adult-Abenteuern gelungen gemischt mit den Stilmitteln und Inhalten der Cozy Fantasy. Vielleicht ist die Geschichte nicht allzu innovativ, das macht aber die stimmige und wohlige Atmosphäre mit all den liebenswerten und augenzwinkernden Momenten auch für erfahrene Leser wieder mehr als wett