Jessi Cole Jackson: Ruinous Creatures - Der Kuss des Phönix (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 17. April 2026 12:00

Jessi Cole Jackson
Ruinous Creatures - Der Kuss des Phönix
(Ruinous Creatures, 2026)
Übersetzung: Regina Joos
Penhaligon, 2026, Hardcover, 464 Seiten, 25,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Jessi Cole Jackson hat ursprünglich als Kostümdesignerin an der Westküste der USA gearbeitet, ist aber ins ländliche Michigan zu ihrer Familie zurückgekehrt. Dort hat sie vermutlich auch ihren Debütroman „Ruinous Creatures - Der Kuss des Phönix“ verfasst, der nun auch in Deutschland erscheint.
In einem Tal kann Magie gewirkt werden, indem Menschen sich mit den Schädeln mächtiger magischer Fabelwesen wie Einhörnern, Drachen und Greifen verbinden. Verschiedene Orden kontrollieren diese Kräfte, ohne Rücksicht auf Verluste und Rechte der Kreaturen.
Adela ist die Gehilfin des Verbinders. Als sie eines Tages wieder einmal die Schädel pflegt, fallen ihr auf einem Regal die von zwei Phönixen auf. Und auch wenn man sie warnt, so erweckt sie doch deren Magie zum Leben und tritt eine Kette von Ereignissen los.
Zum Mitstreiter wird Kian, ein junger Mann, der seinem Orden aus ganz anderen Absichten beigetreten ist. Und der Zufall, vielleicht auch die Bestimmung, wollen es, dass Adela und er nicht nur durch das Schicksal der Phönixe verbunden sind, sondern vielleicht auch noch durch viel mehr.
Man merkt der Geschichte an, dass sie ein Debüt ist, denn die Autorin setzt auf der einen Seite auf sehr interessante Ideen und sogar überraschend eigenwillige Charaktere, aber die Ausführung ist auch noch nicht ganz so perfekt, wie man es sich wünschen würde. Zudem trägt sie leider auch dem Romantasy-Aspekt zu viel Rechnung, um ihre anderen Ideen genügend auszuführen.
Einen besonderen Weltenbau sollte man allerdings nicht erwarten, denn Kultur und auch Umgebung bleiben schwammig, die Handlung konzentriert sich mehr oder weniger nur auf das Tal mit seinen verschiedenen Siedlungen.
Gelegentlich leistet sich die Autorin ein paar Schnitzer, scheint sich nicht ganz so klar zu sein, wie alt Kian nun eigentlich ist, aber das sind in erster Linie eher Kleinigkeiten.
Die Handlung folgt mehr oder weniger dem, was viele Leser erwarten dürften, inklusive einiger leidenschaftlicher Szenen. Darunter leidet der Fantasy-Anteil etwas, da sich die Autorin nicht wirklich traut, mehr mit den magischen Dingen zu spielen und die Fabelwesen intensiver einzubauen. Aber immerhin tröstet das Ende über ein paar Schwächen hinweg.
Das Buch ist in sich geschlossen, auch wenn sich die Autorin ein paar Möglichkeiten für eine Fortsetzung offenlässt - wenn diese auch nicht unbedingt folgen muss.
Alles in allem ist „Ruinous Creatures - Der Kuss des Phönix“ ein solides Debüt mit ein paar wirklich interessanten Ideen im magischen Bereich, weist aber ein paar inhaltliche Schwächen auf und traut sich leider auch nicht, die Fantasy über die Romantik zu stellen und damit dem Abenteuer mehr Raum zu lassen.