Stefan Wollschläger: Friesenengel (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 16. April 2026 12:06

Stefan Wollschläger
Friesenengel
Diederike Dirks ermittelt 15
2026, Paperback, 264 Seiten, 10,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Man sollte meinen, dass es schwierig sein könnte, sich in eine bereits so lange laufende Reihe einzulesen, aber das Gegenteil ist der Fall. Denn auch wenn „Friesenengel“ bereits der fünfzehnte Fall in der Reihe „Diederike Dirks ermittelt“ ist, so hat man als Neueinsteiger doch keinerlei Probleme, das Buch zu verstehen.
Die Kommissarin und ihr Kollege ermitteln im Fall von Jan Zimmermann. Der Goldschmied wurde erschlagen in seiner Werkstatt aufgefunden. Da er ein normales Leben geführt hat, fehlt jeder Hinweis auf mögliche Verdächtige. Gerade einmal ein Detail könnte interessant werden, denn er hat sich für eine amerikanische Sängerin aus den 1960ern interessiert.
Gleichzeitig wird die Mutter der Fotografin Laura Timm entführt und sie wird dazu genötigt, sich auf eine Hochzeit einzuschleichen, um aus dem Tresor der Familie Kromminga eine bestimmte Sache zu stehlen…
Krimi-Leser wissen eigentlich Bescheid. Denn auch wenn eine Handlungsebene auf den ersten Blick weit hergeholt scheint, so macht sie irgendwann doch Sinn und liefert genau die Hinweise, die den Ermittlern auf der anderen Seite noch fehlen.
Man merkt, dass Stefan Wollschläger ein erfahrener Autor ist, denn er weiß genau, welche Strippen er ziehen und wie die Handlung getaktet sein muss, um die Geschichte von Anfang bis Ende interessant zu halten. Tatsächlich fügt sich auch alles sauber ineinander und es gibt absolut keine Längen. Zudem erschafft der Autor interessante Nebenfiguren, deren Weg man gerne folgt. Selbst wenn man bisher noch keinen Roman der Reihe gelesen hat, ist der Einstieg leicht, denn die Hauptcharaktere werden ausreichend vorgestellt, alles, was man wissen muss, fließt unbemerkt in die Handlung ein.
Die Mischung aus persönlichen Dingen und den Ermittlungen stimmt, tatsächlich dreht sich alles mehr um den Fall als persönliche Befindlichkeiten - dennoch hat man nicht das Gefühle, dass Diederike Dirks und ihr Kollege blass bleiben. Dazu kommt dann noch ein Schuss Lokalkolorit, der dem Geschehen eine zusätzliche Würze gibt, so dass sich am Ende eine angenehme und kurzweilige Lektüre bietet.
Und so ist „Friesenengel“ ein unterhaltsamer Krimi-Snack für Zwischendurch, der genau die richtige Spannung und Gewichtung an Themen besitzt, um interessierten Lesern entspannende Lesestunden zu bieten.