Das Schwarze Auge: Das offizielle Kochbuch, Tom Grimm & Kaweh Akbarian (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 26. März 2026 11:58

Tom Grimm & Kaweh Akbarian
Das Schwarze Auge: Das offizielle Kochbuch
Fotografien: Tom Grimm, Dimitrie Harder
Illustrationen: Axel Sauerwald, Ben Maier u.a.
Panini, 2025, Hardcover, 160 Seiten, 35,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Romane, Abenteuer und Regionalbeschreibungen zu einem Pen-und-Paper-Rollenspiel wie „Das Schwarze Auge“ bringen es immer wieder mit sich, dass Speisen und Getränke genannt oder gar beschrieben werden - aber wie sie wirklich schmecken, das kann man nur erahnen. Dem abzuhelfen, versuchen nun die leidenschaftlichen Fans Tom Grimm und Kaweh Akbarian, die in „Das Schwarze Auge: Das offizielle Kochbuch“ eine spannende Auswahl an nachkochbaren Gerichten bieten.
Essen und genießen gehört zu jedem Leben dazu, egal ob man nun ein Al‘Anfanischer Grande, ein horasischer Adliger, ein mittelreichischer Ritter, Handwerker oder gar nur Schankmagd ist. Und zünftige Abenteurer wissen, dass jede Region ihre ganz eigenen unverwechselbaren Gerichte hat. Oder was sich eben „Reisefraß“ nennt oder gar „Phexens Pfürzle“. So wie „Falsche Salzarelen“, „Borntzsch“, „Havener Fischtopf“ oder gar „Orklandkarnikel“? Munden „Vinsalter Wildpfeffer“, „Kunchomer Sultansschenkel“ oder „Merechäpfel am Stock“ wirklich so, wie die Gourmets behaupten? Und welche Speisen gönnen sich auch einfacherer Bewohner Aventuriens?
Die Autoren haben eine bunte Mischung an Gerichten zusammengestellt - nicht nach Region, sondern nach Tageszeit. So gibt es Frühstückgerichte, die nicht immer nur süß sind oder aus Brot bestehen. Man erfährt, was Abenteurer so als Reiseproviant mitnehmen oder selbst in der Wildnis schnell zubereiten können.
Dann wenden sich die Macher den Suppen und Eintöpfen zu, ebenso wie den Hauptgerichten, die natürlich mit viel Fleisch und Fisch zubereitet werden, um auch adlige Gaumen oder dem, reicher Kaufleute zu schmeicheln, oder die eines Banketts würdig sind.
Und nicht zuletzt wird ein Blick auf Beilagen, Saucen, Desserts und Getränke gelegt.
Die Auswahl ist bunt und wer sich schon ein wenig auskennt wird die Vorlagen erkennen, teilweise sogar schon am Namen, der nur leicht der Welt angepasst wurde. Die Autoren haben dabei munter in Gerichten aus aller Welt gewildert, um der entsprechenden Region natürlich gerecht zu werden, gerade was die südlicheren Gefilde betrifft, die eher von der orientalischen Küche bestimmt wird.
Die Rezepte sind übersichtlich auf einer Doppelseite dargestellt, mit einer passenden Fotografie versehen und manchmal auch einer Zeichnung. Dazu kommen In-Game-Beschreibungen, die die entsprechende Atmosphäre schaffen sollen, genauso wie die Einleitungstexte und Illustrationen, bei denen nicht ersichtlich ist, ob sie aus entsprechenden Publikationen stammen oder aber für den Band geschaffen wurden.
Heraus kommt eine mit viel Liebe und Sorgfalt gestaltete Rezept-Sammlung, die durchaus für die Kenntnis der Autoren spricht. Allerdings sollte man für die meisten Gerichte schon ein wenig Koch-Erfahrung mitbringen, blutige Anfänger werden damit weniger glücklich werden. Und die meisten Gerichte sind nichts für jeden Tag, bieten sich aber für eine Feier oder ein Treffen mit besonderem Ambiente an.
So bietet „Das Schwarze Auge: Das offizielle Kochbuch“ einen mit viel Liebe und Leidenschaft gestalteten kulinarischen Reiseführer durch die Regionen Aventuriens, der sehr viel Ambiente bietet und vielleicht auch dazu einladen kann, das eine oder andere Rezept auch für eine Spielrunden-Session umzusetzen oder gleich eine ganze Feier zu gestalten, vor allem wenn man genügend Erfahrung und Zeit mitbringt.