Andrea Tillmanns: Die Tage des Drachen (Buch)

Andrea Tillmanns
Die Tage des Drachen
Titelbild und Illustrationen: Marlene Walkenhorst
2025, Paperback, 282 Seiten, 14,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nach einer längeren Pause, in der sie vor allem als Hochschullehrerin in Ostwestfalen-Lippe arbeitete, hat sich Andrea Tillmanns dazu entschlossen, sich auch wieder an ihre schriftstellerische Seite zu erinnern. Sie veröffentlicht daher nicht nur ihre alten Romane noch einmal neu, sondern auch Kurzgeschichten-Sammlungen wie die hier vorliegende „Die Tage des Drachen“. Ganz neu sind die Illustrationen von Marlene Walkenhorst.


Herzstück der Sammlung ist die Novelle „Im Zeichen des Melgrim“, in der die junge Thania versucht, ihr Leben als Heilerin zu meistern, aber schon bald durch den von ihr geretteten Frett in einen größeren Konflikt gerät, der sie zwingt, erst einmal alles aufzugeben.

Und dann gibt es natürlich auch noch Drachen, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen, Fahrende, die sich ihren gerechten Lohn zu holen wissen und natürlich auch tapfere Ritter, die ebenfalls lernen müssen, in so Einigem umzudenken.


Insgesamt fünfzehn Geschichten verstecken sich in dem Buch, die alle mit bekannten Motiven der Fantasy spielen, diese aber sehr bewusst auf den Kopf zu stellen wissen. Drachen, Zwerge, Feen und andere magische Wesen kommen vor, sind aber schon so gar nicht auf die Rolle des Monsters reduziert, sondern Persönlichkeiten mit vielen Facetten und einem eigenwilligen Denken.

Natürlich geht nicht jede der Erzählungen in die Tiefe, viele hinterlassen auch nur einen stimmungsvollen Eindruck, haben eine nette Pointe oder bieten eine kleine Botschaft, was der Länge geschuldet ist.

Allein mit den Figuren der Novelle wird man schnell etwas wärmer und fiebert bei ihren Abenteuern mit. Dennoch kann die Sammlung verzaubern, erinnert die Autorin doch in den Texten immer wieder daran, dass Fantasy nicht nur von Liebe handeln muss, sondern auch vielschichtig sein kann, so dass gerade die Geschichten in Erinnerung bleiben, die mit liebgewonnenen Klischees brechen.

Und die eine oder andere Erzählung kommt natürlich auch mit liebenswertem Humor und einem frechen Augenzwinkern daher, dass sich auch ein wenig in den Zeichnungen widerspiegelt, die von Marlene Walkenhorst für jede einzelne angefertigt wurde.

„Die Tage des Drachen“ bietet viele interessante Geschichten, die zwar mit vertrauten Fantasy-Elementen arbeiten, aber doch auch Variationen bieten, die man eher selten liest und die so durchaus Eindruck hinterlassen. Dazu kommt mit „Im Zeichen des Melgrim“ eine unterhaltsame Novelle voller Magie.