Anne Bishop: Schattenerbin - Die Schwarzen Juwelen 2 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 17. Februar 2026 10:40

Anne Bishop
Schattenerbin
Die Schwarzen Juwelen 2
(Heir to the Shadows - Black Juwels Trilogy 2, 1999)
Übersetzung: Ute Brammertz
Heyne, 2026, Paperback, 672 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Weiter geht es mit der Neuauflage von Anne Bishops Saga um die Schwarzen Juwelen. Der hier vorliegende Teil erschien bereits 2005 unter dem Titel „Dämmerung“, ebenfalls bei Heyne. Das Buch, damals noch als Dark Fantasy tituliert, passt allerdings heute sehr gut in den Bereich der dunklen Romantik.
Jaenaelle ist die prophezeite Königin des Blutes, die mit ihrer Macht eines Tages alle anderen Hexen und auch die Kriegerprinzen überflügeln und sie alle beherrschen wird. Während einige dies begrüßen, wie etwas Prinz Saetan, der Herr der Hölle, sind andere fest entschlossen, das zu verhindern.
Schon einmal gelang es, das noch schwache und unerfahrene Mädchen schwer zu verletzen, aber Jaenaelle konnte gerettet werden und erholt sich nun, wächst weiter unter dem Schutz ihrer Freunde heran. Die suchen allerdings nach Daemon Sadi, der sich als ihr Seelengefährte erwiesen hat und seit dem verhängnisvollen Tag verschwunden ist.
Durch die vielen Figuren und deren Interessen hoch komplex, erweist sich der zweite Band als Roman, den man nicht mehr ohne die Kenntnis von „Bluttochter“ verstehen kann. Denn die Autorin webt das Netz an Intrigen munter weiter.
Sowohl diejenigen, die auf der Seite der künftigen Königin sind, als auch ihre Feinde suchen nach weiteren Verbündeten.
Während sich das Netzwerk an Verbindungen so erweitert und teilweise neue Allianzen entstehen, bleibt die eigentliche Hauptfigur weiter im Hintergrund. Jaenaelle ist zwar nicht mehr so schüchtern und ängstlich wie am Anfang, aber auch weiterhin unerfahren und muss Einiges lernen. Das macht sie immerhin angreifbar.
Liebe und Leidenschaft gehen an ihr noch vorbei, weil der Mann fehlt, der mit ihr verbunden ist. Da die Intrigen der Feinde für sein Verschwinden gesorgt haben, suchen die Freunde der beiden nach ihm.
Die Handlung ist wieder sehr dialog- und begegnungslastig, Action sollte man weniger erwarten. Auch die Schilderung von Leidenschaft und Lust hält sich etwas in Grenzen, obwohl beides immer wieder anklingen darf. Die dunkle Seite der Erotik sorgt eher für Ambiente, als dass sie die Handlung bestimmt.
Das ist vermutlich auch der Unterschied zu heutiger Dark Romantasy, legt Anne Bishop doch mehr Wert auf die Ausarbeitung der Intrigen und die Entwicklung ihrer Figuren und weniger auf irgendwelche knisternden Szenen. Allerdings sollte man als Genre-Fan auch weiterhin nicht erwarten, dass die Höllenwelt mit all ihren Ländern und Kulturen ausgearbeitet wird. Diese Elemente bleiben weiterhin schwammig und sind für die Autorin eher unwichtig.
„Schattenerbin“ schreibt die Ereignisse aus „Bluttochter“ weiter und macht erneut deutlich, warum die Saga um die Schwarzen Juwelen wohl das Genre der Dark Romantasy aus der Taufe gehoben hat - denn immerhin geht es auch diesmal wieder um jede Menge Intrigen vor düsterem Hintergrund, garniert mit einem guten Schuss knisternder Leidenschaft, die nicht immer sanft daherkommt.