Sophie Kim: Der Gott und die Füchsin (Buch)

Sophie Kim
Der Gott und die Füchsin
Fate's Thread 1
(The God and the Gumiho, 2024)
Übersetzung: Nina Lieke
Heyne, 2026, Paperback, 464 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Koreanische Popkultur steht im Westen im Moment hoch im Kurs und damit auch die Mythologie, die Grundlage für viele phantastische Manhwas, Filme und mittlerweile auch Romane, in denen sich vor allem magische Wesen und Götter austoben dürfen. Sophie Kim erzählt mit viel Augenzwinkern und Lässigkeit nun eine solche Geschichte in „Der Gott und die Füchsin“, dem ersten Band von „Fate's Thread“.


Kim Hani hat vor längerer Zeit so viele Männerseelen verschlungen, dass sie auch nach hundert Jahren immer noch satt ist und gelassen in einem Café arbeiten kann, wenn da nicht eine Nervensäge wäre, die ihr scheinbar auf den Fersen ist.

Seogka wurde von seinem Bruder aus dem Himmel verbannt. Wieder aufgenommen werden kann er nur, wenn er die Blutrote Füchsin aufspürt und bestraft, die die Morde begann und jetzt auch wieder aktiv zu sein scheint.

Um über alles informiert zu sein, beschließt Kim Hani, sich als Assistentin bei dem gefallenen Gott einzuschleichen und ihm bei seinen Ermittlungen zu helfen - das garantiert, dass sie immer informiert ist und sich gegebenenfalls selbst schützen kann.

Denn es stellt sich heraus, dass eine neue Mordserie beginnt, die ihren Taten gleicht, was der Füchsin gar nicht gefällt. Sie hat also einen Grund, mit dem gefallenen Gott gleichzuziehen. Und der erweist sich mit der Zeit als gar nicht so übel, wie sich erfahrene Leser sicherlich schon denken können.


Aus diesem Grund umkreisen sich die beiden Hauptfiguren natürlich recht schnell auf knisternde Art und Weise, kommen sich auch leidenschaftlich näher, wenngleich diese Szenen eher sparsam eingesetzt werden.

Einen gewissen Anteil an Spannung gibt es trotzdem, weil es gilt, einen Mörder zu finden und auszuschalten. Und natürlich ist dieser scheinbar auch noch im Bund mit einem viel größeren Gegenspieler, der im Hintergrund agiert und selbst einem Gott gefährlich werden kann.

Die Autorin erfüllt alle Erwartungen, die Romantasy-Fans haben dürften, die restliche Handlung bleibt dadurch allerdings eher überschaubar und verliert gerade im Mittelteil ein wenig an Kraft. Und auch das Ende ist nicht gerade überraschend, auch wenn es mit einem Cliffhanger endet.

Das Ganze wird mit einem gehörigen Augenzwinkern erzählt. Es gibt immer wieder Momente zum Schmunzeln, der Erzählstil ist flott und kurzweilig, das Geschehen bleibt allerdings eher oberflächlich und damit nicht in Erinnerung.

Mit „Der Gott und die Füchsin“ liefert Sophie Kim eine solide romantische Geschichte im Schatten der koreanischen Mythologie ab. Das Geplänkel ist zwar nett zu lesen, bleibt aber auch den Fans von Liebesgeschichten nicht sonderlich in Erinnerung, Genre-Fans werden eher enttäuscht sein, da die phantastischen Elemente eher Staffage sind.