James Rollins: Das Erzengel-Komplott (Buch)

James Rollins
Das Erzengel-Komplott
Sigma Force 18
(Arkangel)
Übersetzung: Norbert Stöbe
Titelbild: Johannes Wiebel
Blanvalet, 2026, Taschenbuch, 652 Seiten, 13,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

James Rollins’ neuestes „Sigma Force“-Abenteuer bietet der Leserin respektive dem Leser das altbekannte, wohlerprobte und erfolgreiche Rezept. Es erwarten uns jede Menge rasante Action, Intrigen mit historischem Hintergrund und weltumspannende Gefahren.

Dieses Mal geht es auf eine spannende Reise über die eisigen Weiten der Arktis ebenso wie in die Vorstandsetagen machtgieriger Individuen, die vor nichts zurückschrecken, um einen legendären verlorenen Kontinent zu finden. Einen, dessen Existenz, sollte sie sich bestätigen, die Welt, wie wir sie heute kennen, für immer verändern würde.

Rollins’ 18. „Sigma Force“-Thriller spielt nach den Ereignissen von „Feuerring“ und beginnt mit einem Prolog, der im Jahr 1764 angesiedelt ist.


Eine russische Flotte durchkämmt die eisigen Gewässer auf der Suche nach einer Landmasse namens Hyperborea. Ein Name, der - ähnlich wie Atlantis oder Mu - seit Jahrtausenden für Rätsel, Reichtum und Macht steht und bereits von Pindar, dem griechischen Lyriker des 6. Jahrhunderts v. Chr., in seinen „Pythischen Oden“ erwähnt wurde. Einst glaubte man, Hyperborea befinde sich im hohen Norden der bekannten Welt. Man sagte, die Hyperboreer bewohnten ein von den Göttern gesegnetes Land und seien selbst nahezu unsterblich - vorausgesetzt natürlich, die alten Mythen entsprechen der Wahrheit.

Anschließend springt die Handlung in die Gegenwart. Commander Gray Pierce eilt zum Smithsonian, das seit Langem als Hauptquartier der Sigma Force dient - einer geheimen Abteilung der DARPA, tief unter der Erde verborgen. Die Sigma Force ist auf wissenschaftliche Phänomene spezialisiert, die eine direkte Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen könnten. Derzeit ist die Zukunft des Programms jedoch ungewiss, nachdem ein Angriff auf das Smithsonian das größte Museum der Welt erheblich beschädigt hat.

Pierce, leitender Operator des Teams, wurde vor vielen Jahren von Painter Crowe, dem Direktor der Sigma Force, rekrutiert. Aufgrund seiner Vergangenheit bei den Spezialeinheiten weiß Pierce, dass er auch nach einer möglichen Auflösung der Sigma Force Arbeit finden würde. Für andere Team-Mitglieder gilt dies jedoch nicht - etwa für Seichan, die einst als Attentäterin für ein internationales Verbrecher-Syndikat tätig war und noch immer auf den Todeslisten zahlreicher Geheimdienste steht. Obwohl sie mittlerweile ein geschätztes Mitglied des Teams ist und einen neuen Lebenssinn gefunden hat, sorgt sich Pierce um ihr Schicksal, sollte das Programm tatsächlich eingestellt werden.

Direktor Crowe informiert das Team über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu den Hintermännern des Bombenanschlags, bevor er sie über eine beunruhigende Entwicklung in Russland in Kenntnis setzt. Offenbar hat ein Monsignore der Päpstlichen Kommission für Heilige Archäologie der Sigma Force kurz vor seiner Ermordung eine verschlüsselte Nachricht zukommen lassen. Danach wurde er, ebenso wie ein russischer Archivar aus dem Moskauer Archäologischen Museum, ermordet. Die Nachricht - eine Reihe von Bildern - warnt vor einer schrecklichen Bedrohung, die mit einem tödlichen Geheimnis rund um die Goldene Bibliothek der Zaren verknüpft ist.

Die Lage spitzt sich weiter zu, als eine Verbindung zu dem verlorenen Kontinent im hohen Norden hergestellt wird. Painter Crowe bleibt keine Wahl: Gray Pierce und sein Team werden umgehend nach Russland entsandt, um die Wahrheit aufzudecken…


James Rollins beweist mit seinem neuesten Werk einmal mehr seine Meisterschaft auf dem Gebiet des phantastisch angehauchten Thrillers. Der Roman erinnert dabei an die besten Arbeiten von Autoren wie Dan Brown, Clive Cussler oder Matthew Reilly.

Er taucht tief in die Geheimnisse der Goldenen Bibliothek der Zaren und des verlorenen Kontinents ein und webt daraus eine fesselnde Erzählung, die Geschichte, Mythologie und modernste Wissenschaft erneut nahtlos miteinander verbindet. Seine Fähigkeit, reale geopolitische Spannungen mit alten Mythen und Legenden zu verknüpfen, sorgt für durchgängige Faszination und jede Menge Spannung.

Wie immer bei den Romanen rund um die Sigma Force ist es nahezu unmöglich zu sagen, wo die Fakten enden und die Fiktion beginnt. Rollins versteht es meisterhaft, sein Publikum zu unterhalten und ihm zugleich Wissen, Hypothesen und Denkanstöße zum weiter recherchieren zu vermitteln.

Fans packender Action-Thriller kommen so auch im mittlerweile 18. Band der Reihe voll auf ihre Kosten. James Rollins liefert genau das, was man von einem „Sigma Force“-Roman erwartet: temporeiche Spannung, clever recherchierte Hintergründe und ein Abenteuer, das bis zur letzten Seite fesselt.