Roman Klementovic: Dunkelnah (Buch)

Roman Klementovic
Dunkelnah
Gmeiner, 2025, Paperback, 384 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Roman Klementovic scheint sich mit seinen Krimis, die sich irgendwo zwischen Mystery- und Psycho-Thriller bewegen, beim Gmeiner-Verlag etabliert zu haben, denn nun ist mit „Dunkelnah“ eine weitere Geschichte erschienen, bei der man sich lange nicht sicher ist, was man eigentlich glauben soll.


Weil er irgendwie keine andere Wahl hat und das Geld braucht, nimmt Simon einen Job an, den er schon bald bereut. Denn das Luxushotel, in dem er als Hausmeister arbeiten soll, entpuppt sich als bereits Jahrzehnte leerstehende Bruchbude.

Und die Besitzer sind auch alles andere als freundlich und durchschaubar.

Als dann Simon erfährt, dass kurz vorher eine Frau verschwunden ist, die ebenfalls dort arbeitete, wird er hellhörig und gerät in Gefahr, denn jemand will verhindern, dass er die Wahrheit herausfindet.


Der Autor lässt kein Klischee aus, um die passende Atmosphäre zu erzeugen, das merkt man schon an den Schilderungen auf den ersten Seiten, denn das Luxushotel ist eine gruselige Mischung aus Lost Place und Gruselhaus, bei dem man immer wieder mit lebensgefährlichen Überraschungen rechnen muss. Auch Simon scheint eher simpel gestrickt zu sein, ein junger Mann, mit dem sich die anderen zunächst alles erlauben können, der aber schon bald auch deutlich macht, dass in ihm viel mehr steckt als vermutet.

Roman Klementovic hat seinen Spaß daran, den Horror lebendig und die Gefahr für den Ich-erzählenden Helden spürbar zu machen und bedient sich altbekannter Handlungsmuster, mit denen er die Lesenden ordentlich aufs Glatteis führt.

Lange weiß man nicht, was eigentlich gespielt wird, aber nach und nach wird durch kleine Andeutungen und Hinweise deutlicher, dass alles in eine Richtung geht, mit der man so nicht gerechnet hat. Und auch die Figuren entwickeln sich nach und nach weiter, erhalten dabei ein gänzlich anderes Profil als das, was sich zunächst eingegraben hat. Zudem werden die Handlungsfäden sauber zusammengeführt und am Ende glaubwürdig miteinander verbunden. Und auch wenn die Geschichte in sich geschlossen ist, so bleibt doch ein angenehmer Grusel zurück, der Lust auf Mehr macht.

Wer auf düstere, durchaus horrorlastige Psycho-Thriller mit starken Mystery-Vibes steht, wird an „Dunkelnah“ seinen Spaß haben, denn der Autor zelebriert regelrecht die Klischees, die man an einem solchen Ort vor Augen hat, um doch immer wieder aufs Neue zu überraschen um einen am Ende angenehm unterhalten zurückzulassen.