July Found by Chance 1 (Comic)

Maryo
July Found by Chance 1
Autor und Zeichner: Maryo
Übersetzung: Alexandra Dickmann
Manhwa Cult, 2024, Paperback, 256 Seiten, 16,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Koreanische Manhwas und Webtoons weisen die gleiche Bandbreite auf wie viele japanische Mangas. Der große Unterschied ist wohl, dass die meisten Serien farbig sind und in westlicher Leserichtung, was sie für die Fans ansprechender machen könnte. Und auch die Inhalte wissen gelegentlich zu überraschen, so wie in „July Found by Chance“.


Eun Dan-oh ist eine Tochter aus reichem Hause und könnte eigentlich glücklich ein sorgenfreies Leben führen, denn immerhin ist sie auf einer der angesehensten Schulen des Landes und auch noch mit ihrem geliebten Sandkastenfreund Baek Kyeong verlobt. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt, denn das Mädchen wird inzwischen immer wieder von Erinnerungslücken und Halluzinationen heimgesucht, zudem behandelt sie ihr Verlobter wie der letzte Dreck. Doch woran liegt das?

 

Das Geheimnis bleibt über lange Strecken gewahrt, wird aber gegen Ende des Manhwas dann doch noch enthüllt, was aber die Spannung nicht unbedingt mindert, denn das erlaubt der Heldin natürlich, mit dem Wissen mehr zu unternehmen.

Und so nimmt eine interessante Geschichte ihren Lauf, die zunächst recht ruhig beginnt und dann immer mehr in ein Szenario des Grauens umschlägt, bekommt Eun Dan-oh doch immer mehr Schwierigkeiten durch ihre verwirrende Wahrnehmung.

Die Handlung mag auf den ersten Blick etwas verwirrend sein, aber die Fragen klären sich nach und nach im Verlauf des Geschehens. Und als die Wahrheit ans Licht kommt, ist mehr klar, als man denkt, eröffnet aber auch neue Möglichkeiten.

Die Geschichte wird erstaunlich ruhig und nachdenklich erzählt, setzt auf leise Töne und erzählt konsequent aus der Sicht der Heldin, die nach und nach lernt, sich zu sortieren und schließlich mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontiert wird. Doch vermutlich wird sie das Wissen nutzen, was sie gewonnen hat.

Zeichenstil und Farbe geben dem Ganzen die richtige mystische Atmosphäre.

„July Found by Chance“ mag auf weite Strecken wie ein Comic im Schulumfeld wirken, ist aber in Wirklichkeit eine interessant konzipierte Mystery-Geschichte, die sich die Zeit nimmt, das Szenario glaubwürdig und intensiv aufzubauen.