Annette Oppenlander: Das Kreuz des Himmels (Buch)

Annette Oppenlander
Das Kreuz des Himmels
2023, Paperback, 236 Seiten, 14,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Schon in ihren Bürgerkriegsroman „Bis uns nichts mehr bleibt“ hatte Annette Oppenlander ein Auge für die einfachen Menschen und ihren Kampf ums Überleben in schweren Zeiten. Das ist auch in „Das Kreuz des Himmels“ der Fall, nur sind viele der Personen nicht erfunden, sondern historisch verbürgt, so auch Magdalena, die Heldin des Buches, die zwischen 1797 und 1812 für das Überleben ihrer Klostergemeinschaft kämpfte.


Kloster Sáben in Südtirol ist ein heiß umkämpfter Ort in den Alpen. Denn die strategische Lage des Benediktinerklosters lockt erst Freiheitskämpfer aus Tirol an und dann auch noch die Soldaten Napoleons. Zwischendrin eine kleine Gemeinschaft von Nonnen, die Einiges durchmachen müssen. Aber eine von ihnen, Schwester Magdalena, ist fest entschlossen, den Ort, den sie liebt zu beschützen und bewahren. Dafür kämpft sie mit aller Entschlossenheit, die in ihr ist, und stellt sich selbst gegen Generäle und Bischöfe.

 

Es sind die „kleinen Leute“, die einfachen Menschen, die im Mittelpunkt von Annette Oppenlanders Geschichten stehen. Und das ist auch hier der Fall. Denn Magdalena ist vielleicht eine ältere Nonne, die schon eine gewisse Verantwortung hat, aber nicht die Äbtissin. Zugleich ist sie eine der tragenden Kräfte der Gemeinschaft, weswegen sie vermutlich auch ihrem Weg folgen kann.

Die Schilderungen wirken glaubwürdig und realistisch, man fühlt sich tatsächlich in das Szenario versetzt und fiebert sowohl mit der Heldin als auch den anderen Nonnen mit, ob diese auch halbwegs unbeschadet aus der Sache kommen. Denn leider bestätigt sich auch immer wieder, wie leicht Männer - geschützt von den patriarchalen Strukturen - übergriffig werden können. Spannend ist auch, dass Magdalena selbst ein Geheimnis mit sich herumträgt, dass sie mit einem der Tiroler zu verbinden scheint.

Mit viel Liebe zum Detail, aber dennoch nicht ausufernd beschreibt die Autorin, wie die Heldin und ihre Gemeinschaft über einen Zeitraum von über fünfzehn Jahren für den Erhalt des Klosters kämpfen. Den historischen Personen wird Leben eingehaucht, vor allem werden sie auch sehr differenziert dargestellt. Alles in allem ist die Geschichte rund und findet auch ein ansprechendes Ende, das Magdalena sogar für ihre ganzen Mühen belohnt, auch wenn das eine fiktive Ergänzung der Autorin sein mag.

„Das Kreuz des Himmels“ ist die bewegende Geschichte einer Benediktinernonne, die in Zeiten der Napoleonischen Kriege für ihre Gemeinschaft und ihre Heimat kämpft. Zum Leben erweckt die Autorin nicht nur die Zeit sondern auch die historischen Personen, so dass man gerne mit der Heldin mitfiebert.