Jo-Jo’s Bizarre Adventure 1: Part 1: Phantom Blood 1 (Comic)

Hirohiko Araki
Jo-Jo’s Bizarre Adventure 1
Part 1: Phantom Blood 1
Übersetzung: Josef Shanel
Cross Cult, 2021, Paperback, 256 Seiten, 12,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„Jo-Jo‘s Bizarre Adventure“ erschien bereits in der zweiten Hälfte der 80er Jahre im legendären Magazin „Shonen Jump“, kam aber nie wirklich nach Deutschland - was sich aber nun durch Cross Cult ändert.


Die Saga beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Jonathan Joestar ist ein verwöhnter Bengel, dem von seinem Vater bisher nachgesehen wurde, dass er sich nicht benehmen kann. Das ändert sich aber, als der Lord einen vaterlosen Jungen bei sich aufnimmt, dessen Vater er noch etwas schuldet.

Von nun an muss sich Jo-Jo mit einem Rivalen herumschlagen, der sich mit allen Wassern gewaschen hat. Niemand ahnt in den kommenden Jahren, dass Dio Brando am Ende nur ein Ziel hat: den wahren Erben des Vermögens auszubooten und an seine Stelle zu treten.


Wie man sich denken kann, ist die Geschichte einfach gestrickt, es werden auch alle Register gezogen, um vertraute Klischees zu bedienen. Und damit auch noch ein Abenteuer-Aspekt dazu kommt, der die Serie durchziehen wird, kommt eine aztekische Totenmaske hinzu, die ein mehr als düsteres Geheimnis birgt.

Aber bis es so weit ist, darf man den beiden Jugendlichen dabei zusehen, wie sie miteinander rivalisieren - und sich der erste Eindruck dann doch langsam aber sicher umkehrt, erweist sich Jo-jo letztendlich doch als der wahre Held; das was Dio am Anfang verkörpert ist letztendlich etwas ganz anderes.

Die Saga folgt klassischen Handlungsmustern, um den Helden mit seinem Antagonisten in Stellung zu bringen, zugleich aber auch das fluchbeladene Vermächtnis der Maske zu entfesseln und dadurch ebenfalls für Spannung zu sorgen.

Das macht immerhin Lust auf Mehr und neugierig auf das, was sich der Künstler letztendlich hat einfallen lassen, um die Abenteuer seines Helden und seiner Nachfolger zu erzählen.

Ma merkt stellenweise aber auch schon, dass die Serie etwas älter ist, denn die Figuren sind im damals üblichen - in einem an „Dragonball“ angelehnten - Stil gezeichnet und charakterlich viel einfacher und vor allem kerniger gestrickt, als man es heute meistens gewohnt ist.

„Jo-Jo‘s Bizarre Adventure“ wartet mit einem spannenden Einstieg auf. Die Serie mag zwar leicht in die Jahre gekommen sein, was die Handlungsmuster angeht, dennoch versprüht sie eine leidenschaftliche Freude im Erzählen dieses Mystery-Abenteuers, in dem Geheimnisse noch schön düster sein dürfen, die Figuren kernig ihr Recht mit der Faust zu verteidigen wissen und recht schnell ihre wahre Gesinnung verraten.