Stefanie Hasse: Verhext um Mitternacht - Magic Tales 1(Buch)

Stefanie Hasse
Verhext um Mitternacht
Magic Tales 1
Loewe, 2020, Hardcover, 386 Seiten, 16,95 EUR (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Christel Scheja

Stefanie Hasse lebt mit ihrer Familie und ihren Tieren zwischen Hunderten von Bücher, in die sie gerne abtaucht, wenn sie selbst nicht gerade an phantastischen, romantischen und spannenden Geschichten schreibt. Mit „Verhext um Mitternacht“ startet sie eine Reihe des Loewe-Verlags, in dem „Magic Tales“ erscheinen sollen, moderne Märchen für Teenager ab dreizehn Jahren.

 

Tristan hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Erst wurde sein Vater eines schweren magischen Verbrechens angeklagt und hingerichtet, danach musste er bei seiner Stiefmutter und ihren Söhnen leben. Chris und Noah lassen es sich nicht nehmen, ihn jeden Tag zu demütigen, denn im Gegensatz zu ihnen scheint er die magische Begabung seiner Eltern nicht geerbt zu haben.

Der junge Mann hat nur noch einen Wunsch: nach seinem achtzehnten Geburtstag alles zu vergessen, um ein ganz normaler Mensch zu sein. Doch dann tritt die geheimnisvolle Austauschschülerin Ela aus Italien in sein Leben, die alles noch einmal gründlich auf den Kopf stellt.


Welches Märchen der Geschichte zugrunde liegt, ist sicherlich schon bei den ersten Stichpunkten offensichtlich. Die Motive werden dabei sehr stark modernisiert und gleichzeitig auf den Kopf gestellt. Die Autorin verwendet viele andere aus Film und Fernsehen vertraute Versatzstücke, so dass sich ihre Fans gleich wohlfühlen werden.

Eine große Herausforderung stellt die Handlung daher an die Leser nicht gerade. Es fügt sich recht schnell alles ineinander, bleibt aber spannend genug, um Lust auf Mehr zu machen. Es werden zudem ein paar Dinge geklärt, die zum Auftakt wie ein Schatten im Raum hingen.

Auch die Figuren entsprechen dem, was gerade junge Frauen anspricht: Sie sind hübsch und haben irgendwie besondere Fähigkeiten, sie kämpfen sich durch persönliche Unsicherheiten, die erste Liebe und natürlich auch gegen die Forderungen der Erwachsenen. Und wie man sich denken kann, ist das Ende auch schon vorprogrammiert. Ein Hauch von Humor lockert das Geschehen zudem auf, so dass über dem Ganzen trotz des Dramas auch ein gewisses, freches Augenzwinkern liegt.

Alles in allem bietet „Verhext um Mitternacht“ sicherlich nicht viel für erwachsene Genre-Fans, ist aber ein nettes Fantasy-Abenteuer mit viel Liebe und amüsant veränderten Märchen-Motiven, die als „Magic Tales“ vor allem Teenager ansprechen sollen.