Szosha Kramer: Sternenballade - Der Teufel von Kerelaos (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 24. Dezember 2020 11:13

Szosha Kramer
Sternenballade - Der Teufel von Kerelaos
2020, Taschenbuch, 348 Seiten, 10,78 EUR (auch als eBook erhältlich)
Rezension von Christel Scheja
Szosha Kramer hat während ihres Schichtdienstes als Angestellte bei der Polizei im Jahr 2006 angefangen zu schreiben und seither Einiges an Geschichten verfasst. Es ist ihr wichtig, dass ihre Heldinnen selbstbewusst und stark sind, egal ob sie sich durch vergangene oder zukünftige Welten bewegen.
In der von Menschen besiedelten Galaxis ist es im Jahr 2335 endlich gelungen, ein friedliches und respektvolles Miteinander zu leben ungeachtet der Bildung, des Standes oder des Geschlechts. Nur auf dem abgelegenen Planeten Kerelaos sieht es etwas anders aus, dort herrscht nicht nur an Mangel an Technik sondern die Gesellschaft ist auch in einen mittelalterlichen Zustand zurückgefallen. Seit mehr als zwanzig Jahren hält der grausame Tyrann El Soberano die Zügel in den Händen. Nur wenige begehren gegen ihn auf, wie Darko, den man auch den Teufel nennt.
Dann, als die junge Pilotin Saralean auf dem Planeten landen muss, scheint sich das Blatt zu wenden, denn diese hat nicht nur mächtige Technik auf ihrer Seite, sondern auch einen gewieften Verstand, Mut und ein mitfühlendes Herz.
Das Abenteuer entstand aus einer Idee heraus, selbst einmal eine Geschichte in der Zukunft anzusiedeln, in der Vieles wie in „Star Trek“ ist, das Universum aber selbst nicht kopiert wird. Dabei steht eine junge Heldin im Mittelpunkt, die sich auch in der ihr fremden Umgebung nicht unterkriegen lässt, sondern ihre besonderen Fähigkeiten in den Dienst der Menschen stellt, denen es wichtig ist, endlich Frieden und Glück auf ihrer Welt zu schaffen und sie trotz der lebensfeindlichen Landschaft angenehm zu machen.
Im Weg steht dem nur ein psychopathischer Tyrann, der besiegt werden sollte und genau das ist der Inhalt der Geschichte. Natürlich spielt auch die Liebe ein wenig mit, ist aber nicht das alleinige Thema.
Manchmal ein wenig naiv, aber irgendwie gewitzt erzählt die Autorin ihre Geschichte, spielt mit Erwartungen und Klischees und lässt sich dabei nicht in eine Schublade schieben. Zwar macht sie sich es am Ende einfach, aber das verzeiht man ihr gerne - denn das Abenteuer bietet neben großen Gefühlen auch lebendige Beschreibungen des Universums und interessante Figuren, die sich im Verlauf der Geschichte weiter entwickeln. Allein der Bösewicht bleibt eindimensional was aber auch zu seinem Profil passt.
Die zukünftige Welt wird nicht in allen Einzelheiten beschrieben und Vieles wird auch einfach als vertraut voraus gesetzt, aber auch das hebt den Roman etwas von der Masse ab, selbst wenn der Hardcore-SF-Fan eher enttäuscht sein dürfte.
„Sternenballade - Der Teufel von Kerelaos“ ein eigenwilliger Roman, der mit vielen futuristischen Elementen spielt, sich aber auch nicht festlegen will, genausowenig wie man ihn in die Schublade zu den Liebesgeschichten packen kann.