Hellboy 19: Hellboy und die B.U.A.P. 1956 (Comic)

Mike Mignola & Chris Roberson
Hellboy 19
Hellboy und die B.U.A.P. 1956
(Hellboy and the B.R.P.D., 2017-2019)
Titelbild: Adam Hughes und Dave Steward
Zeichnungen: Mike Norton, Yishan Li, Michael Avon Oeming, Paul Grist
Übersetzung: Frank Neubauer, Jenny Franz. Florian Wichert und Ludwig Bremauer
Cross Cult, 2020, Hardcover, 144 Seiten, 22,00 EUR, ISBN 978-3-95981-15-8

Rezension von Christel Scheja

Das Ende von „Hellboy“ ist schon lange gezeichnet, aber dennoch gibt es immer noch Geschichten um den Teufelsjungen und seine Freunde zu erzählen, die es in sich haben können und dürfen. Scheinbar geht man jetzt den Jahren nach, in denen sich der junge Teufel noch beweisen musste und so kommt es zu „Hellboy und die B.U.A.P. 1956“.

 

In der geheimen Organisation hat man mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, denn es gibt von allen Seiten Ärger und Probleme. Nicht nur die üblichen okkulten Kleinigkeiten, mit denen man gut die altgedienten Agenten aber auch die Neuanwärter beschäftigen kann, die sich erst noch bewähren müssen, sondern auch das Interesse der Geheimdienste an den besonderen Fähigkeiten einiger Mitglieder.

Außerdem ist noch immer nicht ganz klar, was die Russen eigentlich mit den okkulten Waffen vorhaben, die sie aus einem Versteck der Nazis bargen. Und wer ist das seltsame kleine Mädchen, das die russischen Agenten anzuführen scheint und doch immer wieder einer eigenen Agenda nachgeht, wie Professor Bettenholm zu spüren bekommt.

Hellboy wird dagegen nach Mexiko geschickt um dort seltsamen Dingen auf die Spur zu kommen. Will man ihn aus dem Weg haben?


Wer viel von dem Teufelsjungen erwartet, der wird eher enttäuscht sein, denn das Abenteuer, das Hellboy mit zwei Neulingen besteht, plätschert eher vor sich hin und bringt keine besonderen Ergebnisse.

Interessanter ist schon das, was hinter seinem Rücken vorgeht: die vielen kleinen Alleingänge der aktuellen Chefin, die wegen ihres Geschlechts massiv um Anerkennung kämpfen muss, oder der Professor, der seinen Höllenschützling nicht in die aktuellen Ermittlungen miteinbeziehen möchte.

Auch die damalige Zeit wird berücksichtigt, es gibt Anklänge an den Kommunisten-Hass, geschürt von Senator McCarty und die Kaltschnäuzigkeit der damaligen Regierenden, die bewusst daran arbeiten, sich Vorteile gegenüber den Russen zu verschaffen. Der Kalte Krieg schwelt überall.

Das Ganze wird mit dem Mignola-typischen Augenzwinkern und Humor erzählt. Gelegentlich sehr bitterböse werden dabei die Mächtigen auf die Schippe genommen, am Menschlichsten wirken dabei immer noch Hellboy und seine Freunde.

Alles in allem sind die eigentlichen Action-Abenteuer eher durchschnittlich, dafür wird der Hintergrund weiter ausgebaut und macht neugierig auf mehr.

Somit ist auch „Hellboy und die B.U.A.P. 1956“ ein unterhaltsamer und kurzweiliger Blick in die Vergangenheit, nicht nur auf die des Helden und der Organisation, für die er arbeitet, sondern auch in das Zeit- und Lokalkolorit dieser Zeit, die für die richtige Atmosphäre sorgen.