Buffy the Vampire Slayer 1: Schule ist die Hölle (Comic)

Buffy the Vampire Slayer 1
Schule ist die Hölle
(Welcome Back to the Hellmouth 1-4, 2019)
Autorin: Jordie Bellaire
Titelbild: Matthew Taylor
Zeichnungen: Dan Mora, Raúl Angulo
Übersetzung: Claudia Kern
Panini, 2020, Paperback, 112 Seiten, 15,00 EUR, ISBN 978-3-7416-1721-8

Rezension von Irene Salzmann

In den 90er Jahren fand eine Horror-Serie zahlreiche Fans verschiedener Altersstufen: „Buffy - Im Bann der Dämonen“. Auf den Pilotfilm von 1992 folgte von 1997 bis 2003 eine TV-Serie, die es auf sieben Staffeln und insgesamt 144 Episoden brachte, ergänzt durch den Spin-off „Angel“, 1999 bis 2004, der nach fünf Staffeln mit 110 Episoden endete.

Zur Freude der treuen Fans sollte das jedoch nicht der Schlusspunkt sein, denn Schöpfer Joss Whedon ließ im Comic-Format bei Dark Horse die Staffeln 8 bis 12 (2007 bis 2018) von verschiedenen Autoren und Zeichnern gestalten. Auch „Angel“ gelangte zu Comic-Ehren, teils bei Dark Horse, teils bei IDW Publishing, mit parallel zur TV-Reihe erscheinenden Mini-Serien und auch als Fortsetzung der TV-Reihe (1999 bis 2017).

2019 startete Boom! Studios eine neue „Buffy the Vampire Slayer“-Serie, deren vier erste Episoden von Panini in Deutschland im gewohnten Paperback-Format im Februar 2020 veröffentlicht werden. Autorin ist Jordie Bellaire, die man unter anderen von ihren Ideen für „Moon Knight“, „The Vision“ und „Hawkeye“ kennt. Als Zeichner konnte Dan Mora gewonnen werden, der bislang exklusiv für Boom! Studios arbeitet, beispielsweise an „Hexed“, „Klaus“ und „Saban’s Go Go Power Rangers“.

An und für sich ist die neue „Buffy the Vampire Slayer“-Serie nicht wirklich ‚neu‘, denn bei ihr handelt es sich um eine recht freie Nacherzählung der TV-Serien-Handlung, die hier in die Gegenwart verlegt wurde, also nicht in den ausgehenden 90er sondern zwanzig Jahre später spielt. Infolgedessen haben die Protagonisten moderne Handys, und auch alle anderen Medien, die sie nutzen, sind auf dem Stand der letzten Comic-Titel beziehungsweise von 2019.

Optisch hat sich Dan Mora an dem Aussehen der populären Schauspieler orientiert, sodass man die Charaktere in der Regel auf Anhieb erkennt. Einige Entwicklungen werden vorgezogen, darunter Willows lesbische Neigung, denn mit Rose hat sie schon eine feste Freundin (in der TV-Serie erst in der 4. Staffel: Tara Maclay - eine der ersten lesbischen Beziehungen im US-Fernsehen und sehr positiv konnotiert).


Die 16jährige Buffy zieht mit ihrer Mutter und deren Freund in das kleine Nest Sunnydale, wo sie unter der Aufsicht ihres Wächters Giles als Jägerin Vampire, Dämonen und andere Unholde bekämpft. Niemand darf davon wissen, nicht einmal die Familie, und doch wird ihr Geheimnis schnell gelüftet, als sie ihre Mitschüler Xander und Willow vor Vampiren rettet. Der strenge Giles ist alles andere als erfreut, doch nun hat Buffy zwei treue Freunde, die das Übernatürliche sofort akzeptieren und ihr im Kampf beistehen.

Diese Hilfe ist sehr willkommen, denn mit Drusilla und Spike haben sich zwei sehr gefährliche Vampire ein Versteck in Sunnydale gesucht. Die beiden sind hinter einem wertvollen Artefakt her, das sie im Besitz der Dämonenhexe Anya vermuten. Während sie die magischen Objekte durchstöbern und vieles zerstören, setzen sie ein Wesen frei, dessen Aufgabe es ist, Vampire zu töten. Buffy, die davon nichts weiß, hält Camazotz für eine Bedrohung für die Menschen, attackiert ihn und verhindert dadurch, dass er mit den beiden Eindringlingen kurzen Prozess macht. Nur wenig später gerät daher Xander buchstäblich in die Fänge von Drusilla. Ein heimlicher Beobachter sieht, was sich abspielt, und - Cliffhanger.

Eine umfangreiche (Variant-) Cover-Galerie beschließt das Paperback. Dank dieser Seiten ist es deutlich umfangreicher, als man bei vier Episoden erwarten kann.


Man muss die TV-Serie nicht kennen, um schnell in das Geschehen hineinzufinden, doch hat man sie oder Teile davon gesehen, erlebt man ein schönes Déjà-vu und kann nach Übereinstimmungen und Änderungen suchen. Die Story ist kurzweilig erzählt und enthält kleine Anspielungen auf die Filme und die Zeit, in der sie gedreht wurden. Der Mix aus Action, Drama, Comedy und vorerst wenig Romance ist gelungen. Der Stil der gefälligen Zeichnungen passt zur Geschichte und dem Genre.

„Buffy the Vampire Slayer“ reloaded wird langjährigen und neuen Fans gewiss viel Spaß bereiten, wenn das gute Niveau gehalten wird.