Golden Kamuy 3 (Comic)

Satoru Noda
Golden Kamuy 3
Übersetzung: Burkhardt Höfler
Cross Cult, 2020, Paperback, 192 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-96433-241-7

Rezension von Christel Scheja

Noch immer dreht sich in „Golden Kamuy“ alles um einen riesigen Goldschatz und die Kultur der Ainu, so wie sie noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Norden Japans Bestand hatte. Und so vermischt sich das Action-Abenteuer auch mit der Vorstellung der eigentümlichen Kultur dieses Volkes.


Sugimoto, auch „Der Unsterbliche“ genannt, hat sich dem Ainu-Mädchen Asirpa angeschlossen, um ihr bei der Bergung eines riesigen Goldschatzes zu helfen, der eigentlich ihrem Volk gehört, aber von japanischen Verbrechern entwendet wurde. Die Karten tragen die Verschwörer auf der Haut eintätowiert.

Da auch andere Schatzsucher Wind von der Sache bekommen haben, wird mit allen Bandagen gekämpft und Sugimoto ist in die Gewalt seiner Gegenspieler geraten, die ihn foltern. Doch Rettung naht schon in Gestalt von Asirpa und dem „Ausbrecherkönig“, der sich ihnen inzwischen auch angeschlossen hat - und damit geht die Verfolgungsjagd erst richtig los.


Die Jagd um das Gold ist das alles beherrschende Oberthema des historisch verbrämten Abenteuers, das aber nicht nur eindimensional bleibt, denn der Künstler nutzt die Gelegenheit auch, um die verschiedenen Facetten der Kultur der Ainu vorzustellen, die Art, mit der sie ihr Überleben in der eisigen Wildnis sichern und ihrer Jagdbeute begegnen.

In diesen Momenten können die beiden gestandenen und abgebrühten japanischen Männer viel von dem halbwüchsigen Mädchen lernen, aber auch Asirpa ist ab und an bereit, sich der einen oder anderen japanischen Eigenart zu öffnen, wie zum Beispiel der Leidenschaft Sugimotos, alles mit Miso zu würzen. Ansonsten zeigen die Gegenspieler, dass sie nicht lange fackeln, wenn es darum geht, die Wahrheit aus einem herauspressen zu wollen oder zu entkommen. Es wird auf beiden Seiten mit harten Bandagen gekämpft und die Fronten verhärten sich dadurch. Außerdem sorgen neue Mitspieler für ein wenig mehr Spannung, mischen sie doch durch ihr Wissen die Karten neu und bringen dadurch auch die Helden in Bedrängnis.

Es bleibt also weiterhin spannend, da keine der beiden Seiten wirklich im Vorteil ist und die Figuren immer wieder neue Wege finden müssen, da unvorhergesehene Dinge geschehen.

„Golden Kamuy“ bleibt seinem ungewöhnlichen Setting treu, das diesmal genauso durch das Aufeinandertreffen der Kulturen wie auch durch die actionreiche Weiterentwicklung der Abenteuergeschichte spannend bleibt. Aber auch die Figuren dürfen sich weiterentwickeln und neue Facetten ihres Wesens zeigen.