Sigurd 1: Zwerge und Kobolde, Charly Strauss (Buch)

Sigurd 1
Zwerge und Kobolde
Charly Strauss
Titelbild: Hansrudi Wäscher
Verlag Peter Hopf, 2020, Hardcover, 124 Seiten, 29,90 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Auf ihrem Weg gen Heimat kommen die Ritter Sigurd und Bodo sowie der sie begleitende Knappe Cassim an einem finsteren Wald vorbei. Es gelingt ihnen, einem Händler in seiner Not beizustehen und die durchgehenden Pferde seines Gespanns zu beruhigen. Dass der Mann sie eindringlich vor dem Zauberwald warnt, der sich neben ihrem Weg erstreckt, weckt ihre Neugier. Ein verwunschener Zauberwald, womöglich noch von Zwergen und Kobolden bevölkert - das gibt es doch nicht, oder?

Doch dann stoßen unsere wackeren Kämpfer tatsächlich auf Anzeichen, dass es im Wald nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie werden angegriffen - nun, das wäre noch nicht wirklich etwas Neues für unsere Recken. Aber die Nachstellungen kommen von kleingewachsenen Menschen mit langen Bärten und Zipfelmützen!

Muss Sigurd sich wahrlich eines Besseren belehren lassen - gibt es Zwerge wirklich?

Natürlich schauen sich unsere Helden die Sache näher an - und stoßen auf ein heimgesuchtes Dorf, dem ein Herr der Finsternis die Kinder entführt. Auch Sigurd wird gefangengenommen und ins Bergwerk gesteckt, wo die Kinder Fron-Arbeit leisten müssen. Aber schon bald wird der Verantwortliche von Sigurd und seinen Begleitern zur Rechenschaft gezogen…


Die Roman-Adaption der Sigurd-Piccolos erscheint schon bei VPH, nun hat der Verleger den Ruf der Fans vernommen und bringt die für die Großbände geschaffenen Comics in einer zu den Piccolo-Adaptionen parallel laufenden zweiten Reihe. Dieses Vorgehen hat sich bereits bei Nick, dem Weltraumfahrer, bewährt, können doch hier relativ kurzfristig die vielen Vorlagen aufgegriffen und in Roman-Form umgesetzt werden.

Die Lehning-Großbände 133 bis 141 fanden vorliegend Eingang in das Buch. Und mit Charly Strauss fand der Verlag einen Autor, der diese als begeisterter Fan mit Verve und viel Gespür für das Flair der Comics in Romanform gießt.

Vorliegendes recht dünn ausgefallenes Buch leitet den „Laban“-Zyklus ein, den wohl längsten zusammenhängenden Handlungsabschnitt, den Hansrudi Wäscher für „Sigurd“ je erdacht und zeichnerisch umgesetzt hat.

Der 1946 in Berlin geborene Charly Strauss schrieb in den letzten Jahren Science-Fiction-Romane; vorliegend beweist er, dass er nicht nur im Weltraum zu Hause ist, sondern auch die hehre Ritterschaft aufleben lassen kann.

Wie wir dies gewohnt sind, läuft die Grundhandlung relativ vorhersehbar ab, fast ein wenig stereotyp. Sigurd und Co. kommen einem Unhold auf die Spur, entlarven diesen, befreien die von ihm Geknechteten und ziehen den Bösewicht zu Rechenschaft.

Interessant wird es, wenn es um das Wie und das Warum geht. Eine Zeitlang rätseln unsere Helden und mit diesen der Leser, ob Sigurd wirklich auf Zwerge getroffen ist, was hinter dem heimgesuchten Dorf und der Mine stecken. Hier kommt Flair und Tempo auf, die Auseinandersetzungen mit den Unholden sorgt dann für Spannung und Dramatik.

So ist dies ein packender Auftakt der zweiten „Sigurd“-, der Appetit auf mehr weckt.