Shojo-Mangaka Nozaki-kun 1 (Comic)

Izumi Tsubaki
Shojo-Mangaka Nozaki-kun 1
Übersetzung: Sibylle Hasse
Cross Cult, 2019, Paperback mit Klappenbroschur, 148 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-96433-226-4

Rezension von Christel Scheja

Manchmal geht die Liebe ungewöhnliche Wege. Und entwickelt sich anders, als man es erwartet. Und gelegentlich wird sie auch nur als Aufhänger genutzt, um eine ganz andere Geschichte zu erzählen. So scheint es bei „Shojo-Mangaka Nozaki-kun“ zu sein.


Die muntere Sakura Chiyo ist ziemlich in ihren Klassenkameraden Nozaki verliebt, der anders als die anderen Jungs ist: viel erwachsener und feinfühliger. Als sie sich eines Tages traut, ihn anzusprechen, gibt ihr der nur ein Autogramm, lädt sie aber auch nach Hause ein, um sie dort etwas ausmalen zu lassen.

Das ist der Start in eine neue Welt, denn Sakura muss erfahren, dass er hinter einer bekannten Mangaks steckt, die durch ihre gefühlvollen und glaubwürdigen Liebesgeschichten berühmt geworden ist, die auch sie sehr schätzt.

Und er braucht eine Assistentin, die ihm einen wichtigen Teil der Arbeit abnimmt. Sakura hat das Talent dazu und nimmt tatsächlich an - eine Entscheidung, die ihr ganzes bisheriges Leben und auch ihre Gefühle auf den Kopf stellen.


Was zunächst wie eine der üblichen Schul-Romanzen wirkt - ein munteres Mädchen macht sich wagemutig an den verschlossenen, aber dafür umso interessanteren Klassenkameraden heran -, ist tatsächlich mehr: ein Abenteuer, das den Leser auch ein wenig an der Welt des Manga-Zeichnens teilhaben lässt.

Denn die Gefühle zwischen den beiden Protagonisten werden erst einmal ein Stück zurückgestellt, geht es doch zunächst um andere Dinge. Sakura lernt nämlich die Welt der Profi-Mangaka kennen und dass die Erstellung der Bildergeschichten harte Arbeit ist.

Natürlich kommt dabei auch der Humor nicht zu kurz, tritt die junge Heldin doch immer mal wieder in ein Fettnäpfchen und auch der Freund und andere Mitarbeiter von Nozaki ist nicht ganz ohne. Außerdem scheint eine Rivalin um die Gunst des hübschen Jungen ihr Verhalten in den falschen Hals zu bekommen.

Dennoch darf sie in die Gemeinschaft hineinwachsen und ein Teil des Teams werden - liebevoll und warmherzig umgesetzt von der Autorin, die keinen Hehl daraus macht, dass sie Spaß daran hat, ihren Lesern einen (wenn auch beschönigten) Blick hinter die Kulissen zu gönnen, der ab und an mal ein paar Klischees bedient.

Fazit: „Shojo-Mangaka Nozaki-kun“ 1 bietet einen Auftakt, der zwar zunächst romantische Gefühle transportiert, letztendlich aber mehr als nur eine Liebesgeschichte bietet, nämlich auch einen humorvollen und warmherzigen Blick auf die Welt des Manga-Zeichnens und ihrer Künstler.