M. R. Forbes: Zerstörung - Divine 3 (Buch)

M. R. Forbes
Zerstörung 
(Broken - The Divine Chronicles 3)
Übersetzung: Deborah Barnett
Titelbild: Jelena Begovic und Matthias Lück
Mantikore, 2019, Paperback, 348 Seiten, 13,95 EUR, ISBN 978-3-96188-056-0 (auch als eBook erhältlich)

Rezension von Carsten Kuhr

Einst verdiente sich unser Landon im Museum seinen Unterhalt. Damals, in den guten alten Zeiten, da war er noch ein Mensch. Dann ging er über den Jordan und wachte weder als Teufel noch als Engel wieder auf. Es ist ihm bestimmt, so zumindest die göttliche Botschaft, weiter auf Erden zu wandeln und als Diuscrucis das ewige Gleichgewicht zwischen Engeln und Teufeln, zwischen Gut und Böse zu wahren.

Mittlerweile hat er schon auf beiden Seiten, auf der der himmlischen Heerscharen wie auf der der Dämonen eingegriffen und für Ausgleich gesorgt - na ja, zumindest versucht hat er es. Die Templer, ja die geheime Gesellschaft mit dem Kreuz, gibt es auch noch - lange Geschichte -, sie hat er auch schon getroffen, Priester und göttliche Wesen kennengelernt. Und dass sich ein Wer in seinem Körper eingenistet hat, ein Dämon, ist auch nicht zu leugnen.

Alles nicht so schlimm! Nicht schlimm meinen sie? Na dann passen Sie mal auf.

Mittlerweile weiß er nämlich, dass das Biest, von dem zumindest verklausuliert auch die Bibel in der Offenbarung berichtet, Realität ist - grausame Wahrheit.

Und das Biest ist dummerweise frei und sucht die Herrschaft über die Erde. Dabei lässt es aus getöteten Dämonen wie Engeln Zombies auferstehen, die kein noch so heiliges Schwert auch nur kratzt und die vor Mojo nur so summen. Schlechte Karten also für unser Team übersinnlichen, göttlichen oder weltlichen Wesen, die dem Biest entgegentreten…


Nachdem die Lektüre des letzten Teils doch schon ein wenig zurückliegt, hat es ein klein bisschen gedauert, bis ich wieder in der Handlung drin war.

Forbes wie der Verlag haben es leider versäumt, dem Leser eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse mit an die Hand zu geben. Insoweit ist Neulesern der Zugang zum Plot versagt, werden diese der verschachtelten Handlung mit vielen relevanten Figuren nicht folgen können, ohne dass sie die Vorgeschichte kennen.

Anders als in seiner ebenfalls bei Mantikore erscheinenden Reihe um den Nekromanten, liegt hier der Schwerpunkt der Handlung bei den vielen, fast schon zu vielen Kämpfen. Es reihen sich Auseinandersetzungen und Gemetzel aneinander, immer stehen unsere Helden eigentlich in aussichtsloser Position, werden in letzter Sekunde dann doch noch überraschend - aber wenig überzeugend - gerettet.

Zudem fällt neben dieser Massierung der Schlachten auf, dass Landon viel von seiner so typischen Selbstironie verloren hat. Deprimiert wirken sie, unsere Recken im Kampf gegen das Biest, das ihnen immer einen, zwei Schritte voraus zu sein scheint. Dieser Grundtenor des eigentlich aussichtslosen Kampfes nimmt der Lektüre, verglichen mit den vorausgegangenen Bänden, viel von seinem Reiz.

Dazu kommt, dass es vorliegend stilistisch etwas hapert. Der Text wirkt nicht ganz rund, man mag mutmaßen, ob die Übersetzung und das Lektorat vielleicht unter Zeitdruck standen, erscheinen alle Novitäten des Verlags doch immer gleichzeitig. In den vorangegangenen Bänden, aber auch in der anderen Reihe des Autors, war dies so nicht feststellbar.

Lässt man sich auf die vielen handlungsrelevanten Charaktere ein, so bleibt das Tempo hoch, der Action-Faktor auch - und eine Fortsetzung ist auch angekündigt.