Cells at Work 1 (Comic)

Akane Shimizu
Cells at Work 1
Übersetzung von Burkhart Höfler
Cross Cult, 2019, Paperback, 192 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-964331-28-1

Rezension von Christel Scheja

Cross Cult scheint die Neigung zu haben, sich die Mangas mit den ungewöhnlichen Themen herauszupicken. „Cells at Work“ macht da keine Ausnahme, denn wer kommt sonst schon auf die Idee, den Blutkörperchen des menschlichen Körpers Gestalt zu verleihen und so Wissen auf spielerische Weise zu vermitteln?


AE3803 ist ein liebenswertes, wenn auch etwas chaotisches rotes Blutkörperchen, das Sauerstoff und andere Dinge durch die Gegend transportieren soll, aber auf den Wegen auch immer wieder in Fettnäpfchen tritt, weil es sich durch die Gegend träumt und nicht aufpasst. So kommt sie auch fast ums Leben, als sie von einem bösartigen Bakterium befallen wird. Doch da ist glücklicherweise das  weiße Blutkörperchen U-1146 zur Stelle und rettet sie. Der schroffe Lulatsch will eigentlich keinen Dank, kommt aber auch nicht von ihr los, als die Abenteuer erst richtig beginnen.

 

Es ist schon erstaunlich, welche Themen sich Künstler für ihre Mangas herauspicken, dabei ist der Gedanke, den menschlichen Körper als große Fabrik zu betrachten gar nicht einmal so neu, sondern auch schon das eine oder andere mal in humorvollen Sketchen oder für die Werbung missbraucht worden.

Das ist sicherlich nicht die Intention der Künstlerin, die mit viel Augenzwinkern und einer zeichnerischen Leichtigkeit unterhaltsam Wissen über den menschlichen Blutkreislauf vermitteln will. Im Grunde klappt es auch ganz gut, den Blutkörperchen Aussehen und Stimme zu geben, bietet der Schauplatz doch Stoff für jede Menge Action.

Nebenbei erfährt man dann auch noch welche Aufgaben Erythrozyten, Leukozyten oder T-Helferzellen haben und wer eigentlich dafür sorgt, dass Bazillen, Viren und nicht zuletzt auch Pollen Schaden anrichten können. Großalarm herrscht natürlich, wenn sich Influenza-Viren festsetzen, und Husten oder Schnupfen Schlimmes verkünden.

Die beiden Helden sind bewusst sympathisch gehalten, vermutlich soll man gerade zu dem jungen roten Blutkörperchen eine Bindung entwickeln, ist es doch die Identifikationsfigur für den Leser. Nur ob sie eine Romanze erleben darf, bleibt offen.

„Cells at Work“ ist ein augenzwinkernd erzählter Manga über den Blutkreislauf, der mit frechen Helden und Ideen und neben einem ordentlichen Schuss an Action auch mit viel Humor punkten kann.