Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft - Teil 1 (Hörspiel)

Sebastian Breidbach & Dennis Ehrhardt
Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft - Teil 1
Sprecher: Dirk Petrick, Wolf Frass, Lene Calvez u.a.
Folgenreich, 2019, 1 CD, ca. 50 Minuten, ca. 7,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Johnny Sinclair hat es geschafft, er ist nun offiziell als Geisterjäger anerkannt, weil er es geschafft hat, beim großen Highlander-Festival auch die letzten Geister zu erlösen und ihnen den ewigen Frieden zu schenken -und das vor den Augen vieler Menschen.

Aber das bedeutet nicht, dass er schon alles weiß, denn er muss noch eine Menge lernen und sich erst noch Achtung und Respekt verschaffen. Auf seinen Lorbeeren kann und sollte er sich jedenfalls nicht ausruhen, das macht ihm auch der sprechende Totenschädel des Erasmus von Rothenburg klar.

Eine erste Kundin hat er eigentlich schon, denn seine Klassenkameradin Millie hat ihm erzählt, dass sie von Geistern verfolgt wird. Also will er hier helfen, doch zuvor müssen erst einmal einige Schwierigkeiten überwunden werden, die seinen Kumpel betreffen. Und noch bevor er mit ihr reden kann, kommt Millie nicht mehr zur Schule…


Geisterjäger und Gruselgeschichten, schon so einige Generationen sind mit den Hörspielkassetten aufgewachsen, die die Abenteuer der Romanhefthelden aus dem Kiosk adaptiert haben. Allerdings waren das dann immer gestandene und erwachsene Männer, keine Jugendlichen und Kinder. Das ändert sich jetzt ein bisschen mit Johnny Sinclair, der erst nur aus Spaß seinen Helden aus den Heften nachgeeifert hat, dann aber erfahren musste, dass mehr in ihm schlummert - ein Erbe, das er nicht verleugnen kann und nun auch angenommen hat.

Ja, er ist auch ganz begeistert davon, nun selbst ein „echter“ Geisterjäger zu sein und versucht entsprechend aufzutreten, was natürlich immer wieder unterminiert wird, schließlich zeigen sich ein paar Schulkameraden nicht ganz überzeugt von seinem Können und die Erwachsenen nehmen ihn sowieso nicht ernst.

Aber es geht etwas vor - das ist unübersehbar. Unübersehbar jugendfrei und mit einem munteren Augenzwinkern erzählen die Autoren die Fortsetzung der Geschichte ihres jungen Geisterjägers und verbeugen sich wieder vor den Vorbildern, indem sie es gelegentlich gruseliger werden lassen als erwartet, aber sie vergessen auch nicht das Umfeld ihres jungen Helden, der trotz allem immer noch ein Schuljunge ist und ein Kind, das manchmal etwas unbedarft an die Sache geht. Die Sprecher wissen aber genau das auch gekonnt einzufangen, man merkt, dass sie wieder einmal sehr viel Spaß an der Sache haben.

Das Hörspiel endet offen - aber genau das macht Lust auf Mehr, da neben Millie auch noch ein paar weitere interessante Handlungsstränge aufgenommen werden, deren Ausgang man nicht einmal erraten kann.

Die erste Folge von „Johnny Sinclair: Dicke Luft in der Gruft“ ist der Auftakt eines neuen Abenteuers um den jungen Geisterjäger, der Jung und Alt gleichermaßen in den Bann schlagen wird, da Autoren wie auch Sprecher mit großer Spielfreude an die Arbeit gehen und die bekannten Versatzstücke unterhaltsam und amüsant zu einer durchweg unterhaltsamen Geschichte zusammenfügen, die sich genug Zeit nimmt, um die Geschichte angemessen zu entfalten.