Peanuts 5: Mädchen, Mädchen (Comic)

Charles M. Schulz, Vicky Scott und andere
Peanuts 5
Mädchen, Mädchen
(Peanuts Vol. 3, 2014)
Titelbild und Zeichnungen von Vicky Scott, Charles M. Schulz, Shane Houghton u.a.
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Matthias Wieland und Christian Langenhagen
Cross Cult, 2015, Paperback, 112 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-86425-586-1

Von Christel Scheja

Seit einigen Jahren leben die „Peanuts“ in Amerika wieder auf, da sich junge Künstler daran gesetzt haben, die Figuren von Charles M. Schulz wieder zum Leben zu erwecken. Vicky Scott und ihre Partner achten sehr darauf, dass es inhaltlich wie auch künstlerisch keinen Bruch zum Original gibt.

 

Die Mädchen unter den Peanuts sind eine Sorte für sich. Allen voran die selbstbewusste aber auch zickige Lucy, sind sie meist wesentlich aktiver und weniger auf den Mund gefallen als die Jungs im Viertel. Und auch wenn Snoopy dagegen anzugehen versucht, oder Charlie Brown eigene Gedanken zum Winter hat, eine Chance haben sie doch gegen Lucy und Co. nicht.

Einer, mit dem sie alle ihr Kratzen, haben ist Pigpen. Der immer schmuddelig herumlaufende Junge, schlägt alle in die Flucht. Schlimmer noch, dass er leidenschaftlich kocht - genau dieses Wissen aber Lucy ausnutzt, um schon bald eine Konkurrentin auszuschalten.

Eigentlich ist Peppermint Patty für ganz andere Talente bekannt, aber als sie mit ihrem Aufsatz einen landesweiten Wettbewerb gewinnt, muss sie auch zeigen, dass noch mehr in ihr steckt, als die Sportkanone. Und nicht zuletzt hadert Charlie Browns kleine Schwester an einem unvollständigen Puzzle und findet eine Lösung, über die sich vor allem andere freuen.


Diese und andere Geschichten finden sich in dem neuesten Band der „Peanuts“, in dem sich alles um „Mädchen, Mädchen“ dreht. Lucy, Peppermint Patty und andere stehen im Mittelpunkt der meisten Geschichten, aber auch die Jungs kommen zu ihren Recht, wobei diesmal sogar eine Randerscheinung einen etwas prominenteren Platz erhält - zeigt doch auch Pigpen, was er noch so alles drauf hat, und warum er seine Lebenseinstellung so schätzt.

Da in die neuen Geschichten immer wieder alte Strips von Charles M. Schulz eingestreut sind, kann man gut überprüfen, inwieweit die Autoren und Künstler den Ton des Originals treffen. Tatsächlich wirkt alles wie aus einem Guss, denn es gibt so gut wie keine Unterschiede in der Gestaltung als auch im Ton. Die Figuren sind wiederzuerkennen, agieren noch so, wie man sie kennt, und auch die Abenteuer sind in dem gleichen feinen und etwas naiven Stil der Vorlage gehalten.

Die Qualität ist wie immer hoch; die einzelnen Strips werden nicht nur sehr warmherzig und lebensnah, sondern auch augenzwinkernd erzählt und verbreiten allesamt einen zeitlosen Humor. Kinder wie Erwachsene werden jedenfalls ihren Spaß haben und die Abenteuer ohne Abstriche genießen können.

Daher kann „Mädchen, Mädchen“ allen Fans der Peanuts empfohlen werden, die Lust auf neue Abenteuer ihrer Kindheitshelden haben. Es lohnt sich, da die Künstler es tatsächlich schaffen, Atmosphäre und Humor des Originals einzufangen.