Peanuts 4: Joe Cool (Comic)

Charles M. Schulz, Vicky Scott u.a.
Peanuts 4: Joe Cool
(Peanuts Vol 2, 2013)
Titelbild und Zeichnungen von Vicky Scott, Charles M. Schulz, Bob Scott u.a.
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Matthias Wieland und Christian Langenhagen
Cross Cult, 2015, Paperback, 112 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-86425-585-4

Von Christel Scheja

Auch wenn ihr Schöpfer Charles M. Schulz schon lange tot ist, so leben die Peanuts doch im Herzen vieler Generationen weiter. Auch Künstler haben sie nicht vergessen und seit einiger Zeit damit angefangen, neue Geschichten um die alten Charaktere zu erzählen, um sie mit weiterem Leben zu füllen.

Wer möchte nicht Joe Cool sein, der Junge, dem alles gelingt, weil er eine allseits beliebte Sportskanone ist. Auch Charlie Brown hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, im Baseball einmal groß raus zu kommen und nicht immer nur der Verlierer zu sein, der grundsätzlich auf der Nase landet. Deshalb müht er sich redlich, um auf die Beine zu kommen. Dazu gehört abseits des Sportplatzes auch der Besuch auf dem Rummel, wo Achterbahn und Karussells, aber auch Wurfbuden und die Geisterbahn auf Erprobung warten. Und schließlich ist er sogar so mutig und nimmt an der Wahl zum Schülersprecher teil.

Aber auch die anderen kommen nicht zu kurz. Snoopy erhält Post von seinem Bruder Spike, der in der Wüste lebt, und beobachtet die Bemühungen von Woodstock, Linus muss wie immer unter seiner älteren Schwester Lucy leiden, die ganz eigene Vorstellungen von geschwisterlicher Liebe hat und so fort.

Das Ganze ist ein Mix aus alten Comicstrips von Charles M. Schulz, der diesmal auch in der Reihe „Vom Zeichenbrett“ über die Hintergründe einiger seiner Strips erzählt, was besonders interessant ist – zeigt er doch so auf, was den Leser am Meisten amüsiert.

Zwischen seinen klassischen Zeichnungen und den neuen Geschichten gibt es keinen Bruch, Vicky Scott und die anderen treffen Charlie Brown und seine Freunde so gut, so dass man fast glauben könnte, die Arbeiten stammten noch vom Altmeister selbst. Auch die Geschichten sind im gleichen Ton gehalten und spiegeln die Welt wider, die Schulz geschaffen hat.

Noch immer sind die Geschichten zeitlos gehalten. Kleidung und Ausstattung erinnern natürlich an die 60er Jahre – aber würde man die Figuren anders sehen wollen? Dafür sind ihre Erlebnisse auch auf die heutige Zeit übertragbar und spiegeln oft Erlebnisse wider, die Leser sehr gut kennen. „Peanuts“-Freunde können die Geschichte jedenfalls ohne Abstriche genießen und diejenigen, die sie bisher noch nicht kannten, bekommen nun einen guten Eindruck von den klassischen Strips.

Auch in „Joe Cool“ funktioniert die Vermischung von Alt und Neu in den neuen „Peanuts“-Grapic-Novels wunderbar. Diejenigen, die noch mit den Strips aufgewachsen sind, werden sich genau so wohlfühlen, wie die Leser, die die Rasselbande erst jetzt für sich entdeckt.