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Gruselkabinett 198: Der schwarze Kater, Edgar Allan Poe (Hörspiel)
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- Kategorie: Hörspiel- & Hörbuch-News
- Veröffentlicht: Mittwoch, 30. September 2026 17:43

Gruselkabinett 198
Der schwarze Kater
Edgar Allan Poe & Marc Gruppe (Script)
Sprecher: Christoph Jablonka. Daniela Bette, Sigrid Burkholder u.a.
Titelbild: Bastien Ephonsus
Titania Medien, 2026, 1 CD, ca. 84 Minuten, ca. 8,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
So wie sich das 198. „Gruselkabinett“ darstellt, gibt es die Geschichte nicht in Textform. Denn Marc Gruppe hat gleich drei Geschichten von Edgar Allan Poe in seiner Hörspiel-Adaption von „Die schwarze Katze“ verwendet und miteinander verbunden, um der Erzählung mehr Substanz zu geben.
Im Jahr 1843 heiratet Julian Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Morella erneut und nimmt auch einen schwarzen Kater mit ins Haus. Aber ist das auch ein gutes Omen? Denn er und Edith erleben in der Folgezeit immer wieder seltsame Dinge und sehen Erscheinungen. Schon bald muss sich der Hausherr fragen, ob er nicht selbst der Auslöser für all das ist. Denn immerhin liegen über seiner eigenen Vergangenheit dunkle Schatten, die nur noch seinen Untergang wollen.
Ein Mann, der seine Jugendfreundin nur heiratet, weil sie es so gerne möchte, aber auf ihre leidenschaftlichen Wünsche nicht eingehen kann und will. Verbitterung, die einen Fluch auf die Familie zu ziehen scheint und nicht zuletzt das Omen des Unheils schlechthin: ein schwarzer Kater.
Die Handlung erzählt vom Niedergang eines Mannes, der zwar schon während eines Krieges mit Besessenheit in Berührung kam, aber nichts aus dem Wahn eines Malers gelernt zu haben scheint.
Dazu kommen dunkle Andeutungen aus dem Mund seiner ersten Ehefrau auf dem Totenbett, die Unheil verkündend über dem Rest seines Lebens liegen und die Missgeschicke, die mehr als einmal großen Schaden anrichten - das sind die Zutaten der geschickt miteinander verbundenen ursprünglichen Erzählungen, die die Handlung bis zum Ende tragen, auch wenn nicht immer etwas passiert.
Stellenweise zieht sich die Geschichte zwar im Mittelteil etwas, aber insgesamt weiß sie doch durch die überraschenden Wendungen und die Sprecher zu punkten, die ihren Figuren wieder einmal Leben einzuhauchen wissen.
Wie alle Erzählungen aus der Schauer-Romantik setzt auch „Der schwarze Kater“ eher auf ruhigen und hintergründigen Grusel und weniger auf handfesten Horror. Das Tier ist hier gleichermaßen Omen wie auch Mitwirkender am Niedergang der Hauptfigur, die die Zeichen der Zeit nicht wirklich erkennt und auf seine Weise genauso besessen ist, wie einige andere Figuren der Geschichte.