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Joseph Nassise: Das Blut der Helden – Der große Krieg der Untoten 1 (Buch)

Joseph Nassise
Das Blut der Helden
Der große Krieg der Untoten Band 1
(By the Blood of Heroes)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Markus Mäurer
Titelbild: Mark Freier
Atlantis, 2015, Paperback, 324 Seiten, 13,90 EUR, ISBN 978-3-86402-206-7 (auch als Hardcover und eBook erhältlich)

Von Carsten Kuhr

In den Schützengräben zwischen dem Deutschen Reich und dem französischen Erzfeind starben Hunderttausende im Ersten Weltkrieg, Baron von Richthofen beherrschte mit seinem roten Doppeldecker die Lüfte und erstmals wurde Giftgas als Kampfmittel eingesetzt. Was aber wäre, wenn die Gefallenen nicht tot bleiben würden, wenn sie ein Leichengas zu neuer, untoter aber hungriger Existenz aufwecken würde?

Gesteuert von elektrischen Halsbändern machen sie sich im Dienst des Reiches auf, den Alliierten das Fürchten zu lehren. Als der ebenfalls untote, dabei aber weiterhin zu bewusstem, planenden Denken fähige Rote Baron das US-amerikanische Fliegerass Freeman vom Himmel holt und der Held der Amerikaner in Südfrankreich eingekerkert wird, erteilt der US-Präsident einen höchst ungewöhnlichen Befehl: entweder wird der Gefangene befreit, oder aber er muss liquidiert werden. Warum dieser Befehl erteilt wurde, wie die Befreiungsmission ausgeht, das dürfen Sie selbst nachlesen…

Joseph Nasisses Bücher wurden früher im Knaur Verlag publiziert. Nachdem der Verlag die entsprechende Edition einstellte, suchte der Autor selbst einen Verlag, der die angefangene Reihe um die Templer bei uns fortsetzen würde. Zwar passte die Urban-Fantasy-Serie nicht ins Verlagsprogramm von Atlantis, doch eine andere, neue Reihe erregte das Interesse des Herausgebers. Guido Latz nahm die außergewöhnliche Mischung um den Ersten Weltkrieg, wandelnde Tote (besser unter dem Begriff Zombies bekannt) und dampfbetriebenen Leviathane unter Vertrag.

Schon äußerlich erkennt der Interessierte in einem prägnanten Cover, was ihn erwartet. Und der Inhalt hält, was das Motiv verspricht. Zombies auf den Schlachtfeldern um Verdun, Luftschlachten und Kriegskolosse, dazu verrückte Wissenschaftler, die Gott spielen und ihre perversen Forschungen vorantreiben.

Dass der Autor dabei insbesondere bei der Darstellung der verhassten Deutschen sehr schablonenhaft vorgeht sei erwähnt. Hier also die perversen Deutschen, dort die amerikanischen Helden, die aufrechten Streiter für das Gute. Das ist in seiner überspitzen Darstellung manches Mal schwierig zu ertragen, einfach weil der Autor hier nicht im Geringsten differenziert.

Sieht man von der doch recht eindimensionalen Zeichnung der Figuren ab, erwarten den Leser doch einige interessante Ideen. Sobald man das Kraut-Bashing ausblendet, kann man den Helden dann ins phantastische Abenteuer folgen. Und da überzeugt Nassise. Voller Tempo kredenzt er seinen Lesern immer wieder neue, abwechslungsreich aufgezogene Kämpfe, die nicht so einseitig aufgezogen sind, wie man dies erwarten könnte. Das atmet den Duft eines Military-Romans, schildert uns ungeschönt das Leben im Krieg – aber auch Heldentaten – und unterhält letztlich spannend und, so man sich auf den Plot einlässt, faszinierend.