Chii-chan (Comic)

Chii-chan
Text und Zeichnungen: Shuzo Oshimi mit Eisuke Naito und dem Doku Musume Production Committee
Übersetzung: Alexandra Grimsehl
Manga Cult, 2026, Paperback, 224 Seiten, 12,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

„Chii-chan“ mag auf den ersten Blick wie eine weitere Horror-Geschichte anmuten, behandelt aber wesentlich ernstere Themen. Der Band ist zudem auch nur das Prequel zu dem Film „Doku Musume - Toxic Daughter“, so dass auch nicht wirklich viele Fragen beantwortet, sondern nur Weichen gestellt werden.


Chii gilt als notorische Schulschwänzerin. Auch wenn sie gelegentlich einmal anwesend ist, so nimmt sie doch nicht wirklich am Unterricht teil und läuft vor allem die ganze Zeit ziemlich verwahrlost herum. Eines Tages erschrickt sie auch die Mitschüler mit einer rostigen Schere.

Das ist aber endlich der Moment in dem Kodai endlich aktiv werden und Chii helfen möchte. Zusammen mit deren Kindheitsfreundin ersinnt er einen Plan, um an das scheue Mädchen heranzukommen und ihr vielleicht endlich zu helfen.


Die Geschichte fängt mit klassischen Bildern an. Chii wirkt durch ihr Verhalten wirklich wie besessen oder verrückt, zumal sie auch nicht wirklich mit den anderen kommuniziert und in einer anderen Welt zu leben scheint. Und das macht vor allem Kodai neugierig, der mehr über die Mitschülerin herausfinden möchte und wissen will, was sie so gemacht hat. Dafür holt er sich tatsächlich deren ehemalige Freundin Yua mit ins Boot, die Chii auch schon einmal anders erlebt hat.

Beide machen sich daran, mehr herauszufinden und vor allem Yua kommt ein wenig besser an das Mädchen heran, gewinnt deren Vertrauen. Doch dann geschieht etwas, was die Karten ganz neu mischt und auch Einiges andere in Frage stellt.

Das ist das Spannende an der Geschichte, die allerdings zu offen endet und den Leser mit sehr vielen Fragen im Kopf zurücklässt. Denn leider bleibt der Cliffhanger unbeantwortet, weil der Film wohl offensichtlich noch nicht in Deutschland zu sehen ist.

Alles in allem behandelt der Manga schon ein interessantes Thema, bleibt durch den Cliffhanger am Ende aber sehr unbefriedigend. Der Zeichenstil ist solide und wird der Geschichte tatsächlich gerecht, während er auf seine Weise realistisch bleibt.

„Chii-chan“ hätte ein interessantes Werk sein können, wenn die Geschichte nicht an dem Punkt enden würde, an dem sie wirklich spannend wird. Die behandelten Themen sind ernst und nichts für schwache Nerven, aber Antworten fehlen ganz und lassen den Manga unfertig wirken.