Sophy Stone: Die Fährte des Wolfes (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 23. August 2026 21:18

Sophy Stone
Die Fährte des Wolfes
Mauika-Tales 2
2025, Paperback, 432 Seiten. 14,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
In den „Mauika-Tales“ erschuf die Autorin eine ganz eigene Welt, eine Insel, auf der Gestaltwandler, Amazonen und viele andere mythische Wesen mehr oder weniger friedlich zusammenleben. Regiert werden diese alle von dem Pan, dem ungekrönten Herrscher über das Eiland, der in „Die Fährte des Wolfes“ einen Auftrag erteilt.
Sein Sohn und designierter Erbe David soll das legendäre Schwert des Drachentöters Siegfried in der Menschenwelt finden und zu seinem Vater bringen, damit der endlich seine Herrschaft untermauern kann. Dazu reist der junge Gestaltwandler mit seinen Freunden und einer Druidin ausgerechnet nach Worms.
Dort laufen sie dem Archäologie-Studenten Patrick über den Weg, der sie nach kurzem Zögern unterstützt, denn auch er hat Lust herauszufinden, ob nicht vielleicht mehr an der Nibelungen-Sage ist als gedacht. Und so reisen sie gemeinsam durch Europa. Allerdings bleibt das nicht unbemerkt, denn eine CIA-Agentin heftet sich an ihre Fersen.
Man merkt, dass Sophy Stone nicht nur eine Leidenschaft für Fantasy, sondern auch für Geschichte, Sagen und Mythen hat, denn sie spielt mit Bildern, die gerade älteren Fans geläufig sein könnten. Dennoch richtet sich die Geschichte auch an jüngere Leser, denn die Helden sind - mit wenigen Ausnahmen - alle sehr jung und der Hintergrund ist überschaubar einfach gehalten.
Der Band ist unabhängig vom ersten Teil lesbar, denn man erfährt das, was man über Mauika und seine Bewohner wissen muss, ganz am Anfang, später lebt die Handlung ohnehin mehr durch die Schnitzeljagd in verschiedenen Ländern Europas und die darin eingebundenen Mythen und Sagen, die auf interessante Weise interpretiert werden.
Dazu kommt der gelegentlich angedeutete Kultur-Clash, gerade wenn die Bewohner der Insel sich mit moderner Technik und bestimmten Gegebenheiten herumzuschlagen haben. Damit es spannend bleibt, setzt sich natürlich auch eine Agentin auf ihre Fährte, die gelegentlich für etwas Ärger sorgt.
Das Ganze ist unterhaltsam in Szene gesetzt, die Geschichte selbst hat keine Längen und die Figuren sind nett ausgearbeitet. Allerdings sollte man keine tiefgründigeren Charaktere oder Wahrheiten erwarten. Vor allem junge Leser werden mit den Geschehnissen ihren Spaß haben und können zudem auch noch etwas dazulernen, denn immer wieder wird auch noch etwas Wissen mit eingebunden.
„Die Fährte des Wolfes“ mag sich zwar vieler bekannter Elemente bedienen, erlaubt sich aber auch, diese neu zu interpretieren, mit realen Orten zu verbinden und zudem gelegentlich augenzwinkernd auf den Kultur-Clash zwischen Moderne und der Fantasywelt anzuspielen.