Sable Sorenson: Fury Bound (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 13. August 2026 12:07

Sable Sorenson
Fury Bound
Wolves of Ruin 2
(Fury Bound, 2026)
Übersetzung: Ina Schwenk & Nadine Pauli
Goldmann, 2026, Hardcover, 864 Seiten, 25,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Schon in „Dire Bound“ dem ersten Band der „Wolves of Ruin“-Trilogie, ging es hoch her, denn die junge Meryn Cooper stellte sich den Herausforderungen der Krieger-Elite Nocturnias, um ihre entführte Schwester wiederzufinden, die ihr als letztes Mitglied ihrer Familie geblieben war. „Fury Bound“ macht dort weiter, wo der letzte Band aufhörte.
Mervyn hat es nicht nur geschafft, eine „Auserwählte“ zu werden und die Schattenwölfin Anassa für sich zu gewinnen, sie hat auch den Verrat der Herrscherfamilie aufgedeckt und ist zur Anführerin geworden. Und nicht zuletzt entstammt sie einer alten Blutlinie. Aber ihre Position ist alles andere als sicher.
Denn sie hat zwar ihre Schwester wiedergefunden, aber nicht so, wie sie es sich erhofft hatte, denn diese ist zu einer Siphone geworden und braucht das Blut lebender Wesen zum Überleben. Und nicht zuletzt bahnt sich auch ein übler Konflikt mit Astreona, dem Nachbarland von Nocturna, an.
Wie man sich fast schon denken kann, hat sich der Mann, den sie eigentlich am wenigsten leiden konnte und anfangs sogar gehasst hat, zum treuesten Verbündeten und letztendlich zu dem gewandelt, der ihr die größte Stütze bei all den Problemen ist, denen sie sich nun als Königin Nocturnas stellen muss.
Dabei geht es nicht nur um den Konflikt mit Astreona, wo Siphone und Menschen angeblich in Frieden miteinander leben, auch andere dunkle Abgründe tun sich auf, die alles in Frage stellen und auch schon die Weichen für den dritten und letzten Band der Saga stellen.
Das Ganze wird durchaus lebendig erzählt und nimmt sich viel Zeit für die Charaktere und den Hintergrund, der mit einigen Überraschungen aufwartet und die Handlung in eine etwas andere Richtung dreht, allerdings ist das Buch auch so dialoglastig, dass die Geschichte gerade im Mittelteil gelegentlich auf der Stelle tritt.
Immerhin halten sich die romantischen Entwicklungen deutlich im Hintergrund und entsprechende Erwartungen werden erst zum Ende hin erfüllt. Was aber dabei auffällt ist, dass sich die beiden Autorinnen, die hinter dem Pseudonym stecken, auch wieder deutlich an den Klischees und vertrauten Handlungsmustern der Romantasy orientieren, was am Ende für einen doch recht klassischen Cliffhanger sorgt.
Alles in allem ist der Roman unterhaltsam und kurzweilig, bietet auch Einiges an Action und Drama, aber erfahrene Fantasy-Fans werden Teile der Handlung vorhersehen können. Die Charaktere bleiben zwar oberflächlich, erhalten aber gerade im Umkreis der beiden Hauptfiguren zumindest etwas Profil.
„Fury Bound“ erfüllt die Erwartungen, die man an Romantasy im Stil von Rebecca Yarros’ Romanen hat, voll und ganz, baut immerhin den Hintergrund etwas aus. Allerdings fallen anspruchsvollen Genre-Fans auch schnell kleiner Schwächen wie eine gewisse Dialoglastigkeit auf. Auch diesmal bleiben Liebe und Leidenschaft meistens im Hintergrund, so dass vor allem Abenteuer und Action die Handlung am Anfang und am Ende vorantreiben.