Delemhach Emilie Nikota: The House Witch (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Samstag, 08. August 2026 07:00

Delemhach Emilie Nikota
The House Witch
(The House Witch, 2022)
Übersetzung: Violeta Topalova & Sabine Reinhardus
Titelbild: Vera Drmanovski
Hobbit Presse, 2026, Hardcover, 616 Seiten, 26,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Neben romantischen Geschichten ist auch die sogenannte Cozy Fantasy auf dem Buchmarkt auf dem Vormarsch. Und manche Autorinnen und Autoren haben auch beschlossen, beides zusammenzubringen, auch wenn natürlich die heimelige Atmosphäre im Vordergrund steht. Das ist auch bei „The House Witch“ der Fall.
Über lange Jahre wurden Hexen überall verfolgt und getötet, wenn man sie enttarnt hatte. Damit ist es zwar inzwischen vorbei, aber die meisten hängen ihre Fähigkeiten immer noch nicht an die große Glocke, so wie auch Finlay Ashowan, der die Stelle als Koch des Königs von Daxaria annimmt. Denn er ist etwas ganz Besonderes: Eine Haushexe.
Er bringt mit seinem feinen Gespür für Menschen und deren Gefühle nicht nur die Schlossküche wieder in Ordnung sondern gewinnt nach und nach das Vertrauen der Menschen; wichtig in einer Zeit, in der sich die politischen Spannungen in den Ländern drumherum verstärken und Krieg in der Luft liegt.
Es sind nicht mehr die Helden, die auf epische Questen ausziehen, um das Böse aufzuhalten und die Bewohner ihrer Länder vor dem Untergang zu retten, sondern eher die fast schon märchenhaft scheinenden kleinen Abenteuer, die sich rund um ein kleines Königreich drehen, in dem die Welt bisher noch halbwegs in Ordnung ist.
Und wenn nicht, dann taucht jemand auf, der dafür sorgt, dass es den Betroffenen erst einmal im Kleinen wieder besser geht, so wie in diesem Fall. Denn auch wenn sich Finlay oder Fin erst einmal ziemlich zurückhält, so setzt er doch seine Magie zum Wohle der Schlossbewohner ein.
Sein Geheimnis bleibt nicht lange eines, aber er bekommt tatsächlich eine Chance, gewinnt nach und nach immer mehr Freunde, auch wenn er gelegentlich den Mund zu weit aufmacht und sich respektlos aufführt. Aber man kann es ihm leicht verzeihen.
Damit es aber dennoch nicht langweilig wird, gibt es noch Geheimnisse, die nach und nach enthüllt werden und interessante Querverbindungen schaffen zu der Familie des Helden.
Dazu kommt auch noch eine unmöglich scheinende Liebesgeschichte zu einer Adligen und Intriganten, die immer wieder Schwierigkeiten machen. Das stellt alles schon einmal die Weichen für die Fortsetzung, auch wenn den Figuren erst einmal ein Innehalten und ein Hauch von Glück vergönnt ist.
Es mag zwar sein, dass die Probleme recht schnell gelöst werden und sich das Misstrauen fix schwächt, aber das vertieft nur die Wohlfühlatmosphäre. Die Figuren sind auch dementsprechend sympathisch gestrickt, besitzen dafür aber auch keine besonderen Ecken und Kanten, die sie unverwechselbar machen.
„The House Witch“ erfüllt alle Erwartungen, die man an Cozy Fantasy hat, denn das Buch erschafft eine Wohlfühlatmosphäre und bietet zudem ein unterhaltsames kleines Abenteuer, bei dem der Leser durch die sympathischen Figuren durchaus mitfiebern kann.