The Golden Forest 1 (Comic)

The Golden Forest 1
Autor der Webnovel: Yoon So-Rie
Adaption: Gyeonji
Zeichnungen: Ryuhwa
Übersetzung: Alexandra Dickmann
Manhwa Cult, 2026, Paperback, 272 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Manchmal ist es schon interessant, mitzuerleben, wie die Mythologie anderer Kulturen in Manhwas und Mangas interpretiert wird, gerade wenn sie aus einer anderen Region der Welt stammt. So finden sich in „The Golden Forest“ Legenden und Märchen aus der Sagenwelt des Zweistromlandes wieder.


Reniae wurde mit sechs Jahren von der Göttin Inanna gesegnet. Sie ist nicht nur wunderschön geworden, sondern auch mit einem messerscharfen Verstand und einer Gabe gesegnet worden, die es ihr erlaubt, jeden zu töten, der ihr gefährlich wird.

Weil sie eine Spur aus Toten hinterlässt, flieht sie als Junge verkleidet in die Berge und schließt sich einer Schar Banditen an, die es auf die Schätze der Ureinwohner abgesehen haben. Dann aber rettet sie einem jungen Mann das Leben…


Der erste Band der Reihe stellt die Weichen für eine Geschichte, die den Lesern vermutlich eine ganz eigene Interpretation der sumerischen Mythen bieten wird. Die Geschichte mag dabei in ein fiktives Land verlagert worden sein, damit die Künstler alle Freiheiten haben, aber das ist in dem Fall auch nicht wichtig.

Auf jeden Fall bietet eine bebildert erzählte Geschichte Hinweise, dass der geschilderte Mythos mehr mit den beiden Hauptfiguren zu tun haben wird als man ahnt. Zumindest gibt es einige interessante Hinweise darauf, warum die Bewohner des gebirgigen Nordlandes als Barbaren und Feinde betrachtet werden.

Die Heldin selbst hadert mit dem Segen, der zum Teil auch ein Fluch sein dürfte, denn gerade Männer, die sie mit dunklen Absichten berühren, sterben schnell eines unnatürlichen Todes, ohne dass sie Hand anlegen muss.

Viel Handlung sollte man allerdings nicht erwarten, denn so gesehen passiert direkt nicht viel, dafür aber erfährt man mehr über die Vergangenheit der Heldin und einen interessanten Mythos. Die Geschichte ist liebevoll in Szene gesetzt und mit schönen Zeichnungen adaptiert worden, die durch ihre vielen Details zum genaueren Hinsehen einladen.

Der Auftakt von „The Golden Forest“ weiß zu überzeugen, auch wenn noch nicht ganz so viel passiert. Man merkt aber deutlich, dass die Rückblenden und die erzählte Legende wichtige Weichen für die Zukunft stellen und durchaus Lust auf Mehr machen.