J. R. Ward: Crown of War and Shadow - Der Fluch der Königreiche (Buch)

J. R. Ward
Crown of War and Shadow - Der Fluch der Königreiche
Kingdoms of Compass 1
(Crown of War and Shadow - Kingdoms of the Compass 1, 2026)
Übersetzung: Julia Abrahams, Babsi Schwarz & Christoph Hardebusch
Bramble, 2026, Hardcover, 624 Seiten, 25,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

J. R. Ward dürften den meisten Lesern durch ihre „Black Dagger“-Saga bekannt sein, die weltweit Erfolge feierte und sich zu einem eigenen Universum ausgeweitet hat. Mit ihrer neuen Geschichte wendet sie sich diesmal mehr der reinen Fantasy zu und schlägt in die gleiche Kerbe wie so viele andere Romantasy-Autorinnen. „Crown of War and Shadow - Der Fluch der Königreiche“ ist der Auftakt der „Kingdoms of the Compass“-Reihe.

 

Die Gefahr ist den Menschen der vier Königreiche schon lange bekannt. Zwar ist der Herr der dunklen Mächte im „Fulcrum“ eingeschlossen, aber es schaffen immer wieder Dämonen durchzubrechen und vor allem in der Nähe eines abgelegenen Dorfes zu wüten. Daher ist ein Retter mehr als nötig.

Doch könnte es wirklich die Außenseiterin Sorrel sein, die mehr oder weniger ein armseliges Dasein in einem Wirtshaus und als Heilerin fristet und immer wieder fürchten muss, als Hexe ermordet zu werden? Schließlich kommt ein Söldner in das Dorf und ehe sich die beiden versehen, verbinden sich ihre Schicksale miteinander.


Die Zutaten der Geschichte sind mehr oder weniger bekannt und vertraut, denn Abenteuer von jungen Auserwählten, die anfangs gar nicht als solche angesehen werden, gibt es wie Sand am Meer. Und natürlich darf dann auch ein Begleiter nicht fehlen, der düster, geheimnisvoll und hart daherkommt, aber dennoch eine intensive Ausstrahlung hat, die nach und nach Leidenschaft weckt.

Wie immer wird das Ganze auch mit den entsprechenden Geheimnissen garniert, denn natürlich ist niemand der Beiden genau das, was er/sie zunächst darstellt, denn sowohl Merc als auch Sorrel entwickeln sich weiter und das sorgt dafür, dass es nicht langweilig wird, auch wenn die Geschichte gelegentlich auf der Stelle tritt.

Immerhin gibt die Autorin dem Abenteuer, dem magischen Hintergrund und anderen zwischenmenschlichen Interaktionen den Vorzug, obwohl die entsprechenden Szenen auf Dauer auch nicht fehlen. Aber letztendlich lässt sie sich damit genug Zeit, so dass das dies nicht so überflüssig wirkt.

Auch wenn die Geschichte selbst über weite Strecken ein wenig dahin zu mäandern scheint, so entwickelt sich nach und nach ein roter Faden, viele Andeutungen und Hinweise stellen die Weichen, so dass man gespannt auf die Fortsetzung sein darf.

Man merkt die Handschrift der Autorin sehr deutlich, denn sie weiß genau, welche Mischung sie wählen muss, um sowohl leidenschaftlicher Romantik als auch knallharter Action und nicht zuletzt dem Hintergrund genug Raum zu geben. Das Ende ist halbwegs in sich geschlossen, aber lässt natürlich sehr viele Fragen offen.

„Crown of War and Shadow - Der Fluch der Königreiche“ macht keinen Hehl daraus, Romantasy zu sein, aber wie bei der Autorin üblich bekommt auch das Abenteuer seinen Raum, so dass man durchaus auf die weiteren Bände der „Kingdoms of the Compass“-Reihe gespannt sein darf.