Alyssa Day: Nobody’s Quest - Der Prinz ohne Königreich (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 26. Juli 2026 03:32

Alyssa Day
Nobody’s Quest - Der Prinz ohne Königreich
Nobody Chronicles 1
(Nobody’s Quest - The Nobody Chronicles 1, 2026)
Übersetzung: Julian Müller, Birgit Maria Pfaffinger, Alexander Wagner & Mareike Weber
cbj, 2026, Hardcover, 496 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Alyssa Day mag in ihrer Heimat eine bekannte Autorin von Liebes- und Fantasy-Romanen sein, hier in Deutschland sind bisher nur zwei ihrer älteren „Atlantis“-Romane bei Weltbild erschienen. Nun könnte die Autorin mit den „Nobody Chronicles“ richtig durchstarten. Der erste Band, „Nobody’s Quest - Der Prinz ohne Königreich“, ist gerade bei cbj erschienen.
Corwynne, ihres Zeichens Kriegsgöttin, hat fast alle Länder ihrer Welt erobert und scheint auch nicht mehr aufzuhalten zu sein. Es gibt eine letzte Hoffnung, eine uralte Prophezeiung, nach der ein „Niemand“ die Welt retten soll. Und so kommt der Herrscher des letzten freien Landes durch eine Magierin auf eine perfide Idee.
Es sind die Waisen und Straßenkinder seiner Heimat, die sich der Prüfung durch ein weiteres göttliches Amulett stellen müssen. Ausgerechnet Soli, ein Greymind, überlebt und wird nun mit dem Kronprinzen und anderen auf eine wichtige Mission geschickt, denn sie sind die letzte Hoffnung ihrer Heimat.
Eigentlich erzählt die Autorin hier eine sehr klassische Geschichte, bedient sattsam bekannte Klischees aus den letzten Jahrzehnten. Aber immerhin spickt sie das Ganze auch mit eigenen Ideen, die dem Ganzen einen gewissen Pfiff geben.
Und die Heldin ist nicht nur unerfahren, sondern auch psychisch angeschlagen. Denn sie zählt zu den Greyminds, den chronisch depressiven Menschen, die auch mit Angstzuständen zu kämpfen haben. Aber ihr nicht gerade einfaches Leben hat ihr auch dabei geholfen, pragmatisch zu denken und irgendwie weiterzumachen, einfach nur zu funktionieren.
Dass ausgerechnet sie dann zur Auserwählten wird, ist nicht weiter erstaunlich, denn immerhin kann jemand der mit einem so niedrigen Level beginnt, auch viel besser wachsen und sich entwickeln, was auf der Reise zu Orten, an denen wichtige Schlüssel zu finden sind, besonders wichtig erscheint.
Auch wenn mit dem Prinzen natürlich ein Love Interest dabei ist, widmet Alyssa Day der Entwicklung der Gruppendynamik erst einmal mehr Raum und lässt die Beiden erst zum Ende hin zusammenkommen.
Der Hintergrund und auch das Magiesystem sind leidlich ausgearbeitet.
Heraus kommt so eine nette und unterhaltsame Geschichte irgendwo an der Grenze zwischen Young Adult und New Adult, in der das Abenteuer immer noch mehr zählt als die Leidenschaft.
Vielleicht erfindet die Autorin das Rad nicht neu und bedient Einiges an Klischees, aber dennoch lässt sich das Buch gut lesen.
„Nobody’s Quest - Der Prinz ohne Königreich“ ist der solide Start der „Nobody Chronicles“. Der Roman bietet kurzweilige, wenn auch nicht tiefergehende Unterhaltung für alle, die klassische Questen zur Weltenrettung mit ein paar netten Ideen suchen.