Maxime Herbord: Empire of Burning Shadows - Magical Fate 1 (Buch)

Maxime Herbord
Empire of Burning Shadows
Magical Fate 1
Cove, 2026, Hardcover, 432 Seiten, 25,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Oft scheitert es nicht an der schönen Aufmachung und den Extras, wie Charakter-Zeichnungen der Autorin, sondern eher am Inhalt, der unter Umständen auch noch falsch vermarktet wird. So ein Fall ist auch „Empire of Burning Shadows“, der erste Teil von „Macial Fate“, verfasst von Maxime Herbord, die den Deutschen eher als erfolgreiche Lifestyle-Influencerin und „Bachelorette“ bekannt ist.

 

Joslin und ihr Bruder Tobia begegnen echter Magie eigentlich nur einmal im Jahr beim Lichterschattenfest. Ansonsten ist diese eher eine unbekannte Größe für die beiden Waisen, die sich irgendwie durchschlagen. Doch nun verändert sich mit einem Schlag alles.

Als Schattenläufer ihr Dorf überfallen, wird Joslin von ihrem Bruder getrennt und gerät in den Fokus zweier mächtiger Magier. Während die junge Frau nur ein Ziel hat - sie will ihren Bruder wiederfinden und retten -, steht sie schon bald zwischen zwei faszinierenden Männern.


Die Geschichte ist simpel gestrickt und erzählt ein Abenteuer, wie man es auch in vielen Young-Adult-Romanen wiederfindet, in denen junge Helden ihre Familie wiederfinden oder rächen wollen, auf der Reise aber auch neue Freunde finden und an den Herausforderungen wachsen.

Das ist hier bis zu einem gewissen Grad auch der Fall, allerdings liegt der Fokus auf etwas anderem. Denn natürlich sind die beiden Männer, denen Joslin begegnet und die diese auch ab und zu mal retten, in erster Linie potentielle Liebespartner.

Und nicht zuletzt gibt es weniger Gefahren zu bestehen als höfisches Geplänkel und die große Frage: Kann ich den beiden überhaupt trauen? Denn natürlich bleiben die beiden über lange Strecken wieder einmal ein Rätsel und definieren sich vor allen dadurch, dass sie gut aussehen und gewisse Talente haben.

Der Hintergrund bleibt völlig schwammig und dient mehr oder weniger nur als Kulisse, selbst die für die Handlung eigentlich wichtige Magie scheint ein reines Werkzeug zu sein, das ohne Erklärungen einfach funktioniert. Und die vorherrschende Kultur wird nicht einmal im Ansatz angerissen, ist beliebig austauschbares Mittelalter.

Selbst die Figuren wirken blass, entsprechen den heute in der Romantasy so beliebten Stereotypen, angefangen mit der Heldin, in der zwar besondere Gaben schlummern, die aber eher wie ein naiver Teenager wirkt. Und auch die sich entwickelnden Beziehungen bleiben auf einem oberflächlichen Niveau, das auch die leidenschaftlichen Momente nicht retten können.

Leider gibt es auch stilistische Schwächen, gerade am Anfang stolpert der Leser immer wieder über ungelenke und manchmal unpassende Formulierungen. Die Handlung plätschert mehr oder weniger dahin, ist in weiten Teilen vorhersehbar. Leider werden auch die wenigen netten Ideen durchweg verschenkt.

Das macht „Empire of Burning“ zu einem eher unterdurchschnittlichen Romantasy-Buch, das kaum die angegebenen Tropes trifft und auch von der Geschichte her mit mehr Gewichtung auf dem Abenteuer vielleicht besser als Jugendroman funktioniert hätte, so aber nur das wiederholt, was im Genre bereits völliges Klischee ist.