Sabine Riedel: Molanda - Dämonentochter (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 15. Juni 2026 15:43

Sabine Riedel
Molanda - Dämonentochter
2026, Paperback, 398 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Schon in ihrem Mystery-Thriller „Ein Pakt aus Asche und Blut“ bewies Sabine Riedel, dass sie ein Händchen für düstere, phantastische Stoffe hat, in denen sich Fantasy mit einem guten Schuss Horror vermischt. Das ist auch so bei ihrem neuesten Werk „Molanda - Dämonentochter“, das auf einer ganz eigenen Welt spielt.
Als Gwen mitten im Wald erwacht, kann sie sich an wenig mehr als ihren Namen erinnern, aber ansonsten weiß sie nichts - weder, warum sie mitten im Wald liegt, ihre Kleider schmutzig und zerrissen sind. Sie weiß nur noch, dass sie auf der Flucht ist und eigentlich auf dem Scheiterhaufen sterben sollte.
Auch wenn sie um die Gefahren weiß, macht sie sich dennoch auf die Suche nach dem Mondsee, an dem sie sich Antworten erhofft. Sie findet zwar immer wieder Leute, die ihr helfen, aber kann sie diesen wirklich trauen? Nur eines ist gewiss: Das bedrohliche Wispern und Raunen der Bäume, die sie ganz offensichtlich besser kennen als sie sich selbst…
Zusammen mit der Heldin lernen auch die Leser die Welt langsam kennen, denn Sabine Riedel bleibt ganz bei den Figuren und enthüllt durch deren Augen nach und nach, was es mit Gwen und den düsteren Andeutungen auf sich hat, die sich immer wieder gegen sie richten und teilweise sogar in Gewalt münden.
Dadurch, dass die junge Frau ihre Erinnerungen weitestgehend verloren hat, bleibt es spannend, denn die Bruchstücke fügen sich erst nach und nach zu einem runden Bild zusammen.
Die Geschichte lebt durch Gwens Begegnungen mit verschiedenen Wesen, die sehr unterschiedlich reagieren. Kann sie denen wirklich trauen? Mehr als einmal wird die Heldin unangenehm überrascht und das macht die nächsten Begegnungen eigentlich unvorhersehbar.
Die magischen Elemente bleiben erst verhalten im Hintergrund, werden aber mit der Zeit immer intensiver und treiben die Geschehnisse deutlich voran.
Letztendlich spielt die Autorin mit bekannten Versatzstücken, wie Dämonen und Schwarzmagiern, interpretiert diese aber ganz anders, als man es gewohnt ist.
Romantische Gefühle mögen zwar kurz anklingen, spielen aber keine wirkliche Rolle. Denn die Entwicklung der Heldin steht im Vordergrund. Je mehr sie über sich und das Netz aus Intrigen erfährt, in dem sie gefangen ist, desto stärker wird sie auch und schafft es, sich im Finale zu beweisen.
Die Geschichte spart nicht mit gefährlichen Momenten und Bedrohungen, um eine grimmige und dunkle Atmosphäre zu schaffen, der Cliffhanger bricht aber mit den üblichen Konventionen und fügt sich passend in den magischen und mythischen Hintergrund ein. Das Ende ist auch in sich rund, wenngleich ein paar Hintertürchen für eine Fortsetzung offenbleiben.
„Molanda - Dämonentochter“ ist ein spannender Grimdark-Fantasy-Roman, der anfangs mit den Erwartungen der Leser spielen mag, aber nach und nach auch ganz eigene Wege geht, um nicht nur eine faszinierende Hintergrundwelt zu erschaffen, sondern auch mit vielen gängigen Klischees zu brechen, die das Genre heute so gerne zelebriert, vor allem, was romantische Gefühle angeht.