Tasha Suri: Das Lotus-Reich (Buch)

Tasha Suri
Das Lotus-Reich
Die Brennenden Reiche 3
(The Lotus Empire, 2024)
Übersetzung: Katrin Lechtermann
Titelbild: Fabryka Slow
Karten: Tim Paul
Cross Cult, 2026, Hardcover, 704 Seiten, 35,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit „Das Lotus-Reich“ kommt die Trilogie um „Die Brennenden Reiche“ zu einem Abschluss. Die Leser dürfen nicht nur mitfiebern, wie die noch schwelenden Konflikte gelöst werden, sondern auch, ob Malini und Priya noch ein gemeinsames Glück beschieden ist. Denn die letzten Ereignisse haben einen deutlichen Keil zwischen sie getrieben.

 

Malini hat ihren Bruder besiegt und ist nun die Kaiserin ihres Reiches. Das bedeutet aber nicht, dass sie sicher auf dem Thron sitzt. Denn noch muss sie die mächtige Priesterschaft auf ihre Seite bekommen und die stellt eine ganz klare Forderung: Entweder sie muss sich auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, um deren Loyalität zu bekommen, oder sie findet jemanden, der an ihrer Stelle stirbt.

Und auch von Priya werden Opfer gefordert. So mächtig die Magie auch ist, die in ihren Adern fließt, die Heimat kann sie damit nicht vollständig schützen. Es gibt aber Wesen, die dazu in der Lage sind, aber diese stellen klare Bedingungen. So muss sich die Priesterin ebenfalls entscheiden.


Zu Beginn des Buchs sind die beiden Heldinnen weiter voneinander getrennt als jemals zuvor. Beide haben mit existentiellen Problemen zu kämpfen und suchen nach Möglichkeiten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Und dabei machen sie es sich nicht einfach, sondern gehen auch bewusste Risiken ein, durch die sie leicht alles verlieren könnten.

Beides wird mit spannenden Entwicklungen im Hintergrund verbunden, mächtigen Feinden, die vor allem die magische Welt unterwandert zu haben scheinen und nur gemeinsam besiegt werden können.

Wieder geht die Autorin dabei bedächtig vor. Ihr Sujet sind nicht die großen und epischen Schlachten, sondern die kleinen Intrigen und Interaktionen der Heldinnen mit ihrem direkten Umfeld. Dabei treten auch noch weitere Facetten der Beiden in den Vordergrund, die sie noch sympathischer machen. Letztendlich fiebert man deswegen auch mit, ob und wie sie am Ende ihr Glück finden.

Heraus kommt wieder einmal eine Handlung, die mit den Beziehungsgeflechten spielt, ihren Charakter herausfordert und mit den Möglichkeiten ihrer Machtposition spielen lässt. Der Hintergrund wird noch ein wenig mehr ausgearbeitet und dadurch umso plastischer und atmosphärischer, der Abschluss der Saga wirkt mehr als rund und stimmig. Wieder einmal ist die Liebesgeschichte eher das Salz in der Suppe, als dass sie das Geschehen bestimmen und dominieren würde.

„Das Lotus-Reich“ schließt die Trilogie um „Die Brennenden Reiche“ angemessen ab. Noch einmal müssen sich die Heldinnen ihren Feinden stellen, um das Beste für ihr Umfeld herauszuholen und dabei schwere Entscheidungen treffen. Heraus kommt eine in sich runde und vor allem atmosphärische Saga, die keine Wünsche offenlässt.