K. X. Song: The Dragon Wakes With Thunder (Buch)

K. X. Song
The Dragon Wakes With Thunder
Die Legende von Meilin 2
(The Dragon Wakes with Thunder, 2025)
Übersetzung: Katja Halt
Fischer Sauerländer, 2026, Paperback, 544 Seiten, 16,90 EUR

Rezension von Christel Scheja

Im ersten Band der Dilogie um die „Legende von Meilin“ wurde eine junge Frau zur Legende, auch wenn sie ein schweres Verbrechen begann, indem sie sich als Mann verkleidete, um sich dem Heer anzuschließen und ihre Heimat zu beschützen. Nun bekommt sie in „The Dragon Wakes With Thunder“ erst einmal die Konsequenzen zu spüren.

 

Denn immerhin steht es einer Frau nicht zu, sich einer von den Eltern bestimmten Ehe zu entziehen und dann auch noch Männerkleidung anzulegen, ja sogar ein Schwert in die Hand zu nehmen. Und da zählt es nicht, dass sie das Reich gerettet hat, denn eine harte Strafe erwartet sie nun.

Zwar wird sie nicht hingerichtet, aber sie muss sich den strengen Regeln des Palastes unterwerfen und darf diesen nicht mehr verlassen. Dennoch ist das nicht ihr Ende, denn ihre Taten sind unvergessen. Gleich drei Männer sind nun an ihr interessiert, wollen sie an ihre Seite holen, um ihren ganz unterschiedlichen Kampf zu gewinnen.

Da ist einmal Prinz Liu, der endlich seinen Vater vom Thron stoßen will, weil dieser immer schlechter regiert. Prinz Lei aus dem Nachbarreich will das Gleichgewicht zwischen den Reichen wieder herstellen. Und dann ist da noch der Anführer einer Rebellion, der sie ebenfalls braucht.

Allerdings scheint auch der der jungen Frau innewohnende Drachengeist seine eigenen Ideen und Pläne zu haben, so dass sie hin und her gerissen wird, niemandem wirklich Loyalität schwören kann, vor allem, wenn auch noch ihr Herz dazwischenfunkt, weil da auch noch Liebe für jemanden ist.


Anders als im ersten Band bleibt die Geschichte erst einmal für lange Zeit nur einem Schauplatz verhaftet. Denn auch der Palast ist eine wahre Schlangengrube mit Fallen und Verrat, Angriffen, die es zu überleben gilt. Und auch Gefahren, die hinter jeder Ecke auf sie warten.

Das Geplänkel und die Intrigenspiele halten deshalb nicht nur die Heldin in Atem, denn auch die Leser werden mit in das Geschehen gezogen, das im letzten Drittel noch einmal ordentlich eskalieren darf. Und wie man sich denken kann, bleibt die Autorin auch sich selbst und ihrer Kultur treu.

Denn das Ende ist vielleicht nicht so, wie es sich westliche Leser wünschen mögen, es passt aber zum Ton und Inhalt der Geschichte, die wieder einmal mit Motiven aus der Legende von Mulan spielt, diese aber ganz eigen interpretiert.

„The Dragon Wakes With Thunder“ ist der ebenso spannende wie runde Abschluss der Legende von Meilin und bietet noch einmal jede Menge Intrigen, Magie, und auch ein wenig Action, bis zu einem für fernöstliche Verhältnisse angemessenen Ende.