A. S. Webb: Daughter of Fate - Die Lüge der Götter (Buch)

A. S. Webb
Daughter of Fate - Die Lüge der Götter
The Dark Pantheon 2
(Daughter of Fate - The Dark Pantheon 2, 2025)
Übersetzung: Charlotte Langstrass-Kupfer
Penhaligon, 2026, Paperback, 624 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Die griechische Antike mit ihren nur allzu menschlichen Göttern scheint moderne Romantasy-Autorinnen dazu einzuladen, diese in ihre Geschichten einzubinden und in die Love Interests ihrer Heldinnen zu verwandeln. Nur wenige gehen in eine ganz andere Richtung und so ist die „Dark Pantheon“-Reihe eher actionreiche Fantasy, die mit Versatzstücken der Mythologie spielt, wie auch „Daugther of Fate - Die Lüge der Götter“ beweist.

 

Danae ist „Die Letzte Tochter“, eine Fischerstochter, die in eine Titanin verwandelt wurde und dazu ausersehen ist, sich gegen die Götter des Olymps zu stellen, die Herrschaft des Zeus zu beenden. Denn diese haben die Menschen zu lange mit ihren Lügen und ihrer Grausamkeit geknechtet.

Doch zuvor will sie in die Unterwelt eindringen, um dort ihre geliebte Schwester Alea wiederzufinden. Das allerdings wird zu einem Abenteuer, das sie nicht nur an den Rand ihrer Kräfte bringt, sondern auch viele unangenehme Wahrheiten enthüllt und Danaes Schicksal neu bestimmen.


Viel hat Danae schon durchgemacht - von einer einfachen Fischerstochter, die nur ein glückliches Leben führen wollte - aber schon damals an den Göttern zweifelte -, ist sie gerade für letztere zu einer Gefahr geworden, denn sie ist nun auch kein Mensch mehr, sondern eine Titanin wie Prometheus, der ihr erstmals klar machte, welches Schicksal sie erwartet.

Auf ihrer Suche nach ihm lernte sie auch die Argonauten kennen und einen von ihnen sogar lieben, aber auch das ist inzwischen Geschichte. Noch immer unwillig, ihr Schicksal ganz und gar anzunehmen, dringt sie erst einmal in die Unterwelt ein, um von Hermes die Herausgabe der Seele ihrer Schwester zu fordern. Das jedoch verändert alles.

Und so spielt die Autorin munter weiter mit den Versatzstücken der griechischen Mythologie, was den Roman auch ein wenig episodenhaft wirken lässt.

Neben Orpheus kommen nun auch Odysseus und der Trojanische Krieg ins Spiel, so dass weitere Konflikte mit den Göttern vorprogrammiert sind.

Da Danae tatsächlich einige Erfolge vorweisen kann, sind die Götter nun auch übelst aufgeschreckt und arbeiten daran, ihre Feindin auszuschalten - auch wenn sie weiterhin gegeneinander intrigieren. Und auch eine andere Figur kehrt zurück, mit der die Heldin so Einiges verbunden hat.

Tatsächlich werden so einige Weichen gestellt, die neugierig auf den nächsten Band machen. Allerdings ist der Roman auch sehr sprunghaft, viele Figuren werden neu eingeführt, aber leider auch nicht sonderlich ausgearbeitet. Insgesamt plätschert das Geschehen trotz Action im Mittelteil dahin und kommt erst zum Ende hin wieder mehr in die Gänge.

Das Abenteuer und die Intrigen stehen im Vordergrund, Liebe oder gar Leidenschaft spielen keine besondere Rolle, auch wenn sich Danae nun ein wenig anders als gewohnt orientiert. Aber das scheint nur das Salz in der Suppe zu sein.

„Daughter of Fate - Die Lüge der Götter“ bietet ein solides und durchaus interessantes Spiel mit der griechischen Mythologie, das sich diesmal allerdings ein wenig zieht und viel zu viele Figuren einbringt, die leider nicht mehr als Klischees erfüllen. Dennoch hebt sich der Roman deutlich von der Masse ähnlicher Geschichten ab, weil er Action und Abenteuer in den Vordergrund stellt und Leidenschaft ganz anders als üblich interpretiert.