Marie-Kristin Hofmann: Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 21. Mai 2026 07:55

Marie-Kristin Hofmann
Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
Moon Notes, 2026, Paperback, 336 Seiten, 16,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Manchmal braucht es einen besonderen Anstoß, um ein scheinbar an die Wand gefahrenes Leben wieder in Gang zu bringen. Marie-Kristin Hofmann erzählt dies in ihrer New-Adult-Geschichte „Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod“ mit einem phantastisch angehauchten Trick.
Alba arbeitet als Chemie-Laborantin und analysiert tagaus, tagein den Fettgehalt von Milch. Sie weiß nicht wirklich etwas mit sich anzufangen, denn an Kontakten mit anderen Menschen außer ihrer besten Freundin Rei hat sie nicht wirklich Interesse. Denkt sie.
Doch das ändert sich, als der Tod durch eine Steckdose mit ihr spricht und ihr klarmacht, dass sie am Ende des Sommers sterben wird, wenn sie auf sein Geheiß nicht fünf Aufgaben erfüllt. Schon die erste hat es in sich, denn sie soll an einem Blind Date teilnehmen.
Dort lernt sie den freundlichen Marlon kennen, der als Yoga-Lehrer arbeitet und sie mit seinem Apfelkuchenlächeln gleich in den Bann schlägt. Und er ist auch an ihrer Seite, wenn es darum geht, die anderen Aufgaben des Todes zu meistern, die immer mehr von Alba fordern werden.
Und daran merkt man schnell, dass das phantastische Element eigentlich nur der Denkanstoß für die Hauptfigur ist, aus ihrem desolaten Leben, an dem sie eigentlich keine Freude hat, herauszukommen. Das geschieht natürlich in kleinen Schritten, die jedes Mal etwas mehr von Alba abverlangen und sie dann am Ende doch erleichtert und glücklicher zurücklassen, gerade weil sie dadurch einige Dinge auch in einem ganz anderen Licht sieht.
Manches löst sich vielleicht zu einfach in Wohlgefallen auf, aber realistisch zu sein liegt auch gar nicht in der Intention der Autorin. Sie möchte eine Wohlfühlgeschichte erzählen, die sich vielleicht nahe an der Wirklichkeit bewegt, aber auf der anderen Seite auch angenehme Gefühle vermittelt. Daher kommt der Tod auch als freundliche Entität und mit einem Schmunzeln daher. Und man gönnt den Figuren das wohlverdiente Happy End dann auch, weil es einfach dazu passt.
Die ernsten Themen werden dabei doch mit sehr viel Respekt und Feingefühl behandelt, so dass durchaus auch schon Leserinnen ab Vierzehn ihren Spaß haben können. Das trifft auch auf die romantischen Elemente zu
„Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod“ ist eine freundliche, heitere und auch liebenswert erzählte Geschichte um eine junge Frau, die durch eine augenzwinkernde Wendung aus ihrem desolaten Leben ausbricht und tatsächlich einen Neuanfang wagt, durch den sie sich am Ende auch selbst findet.