R. M. Gray: Starchaser (Buch)

R. M. Gray
Starchaser
Nightweaver-Saga 1
(Starchaser - The Nightweaver Series 2, 2025)
Übersetzung: Doris Attwood
Titelbild: R. M. Gray
Stammbaum: Colin Verdi
Karte: Srdjan Vidakovic
dtv, 2026, Paperback, 512 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

In der „Nightweaver“-Saga vermischen sich tatsächlich „Bridgerton“-Vibes mit Anklängen aus „Fluch der Karibik“, auch wenn der Piraten-Anteil eher gering bleibt, aber das könnte sich durchaus noch ändern. Denn die Weichen werden in diesem zweiten Band dafür gestellt.


Aster Oberon hat in der letzten Zeit so Einiges durchmachen müssen, denn immerhin hat sie nicht nur ihr vertrautes Leben verloren, sondern ist auch mit den Nightweavern in Berührung gekommen und in deren Intrigen verstrickt worden. Und vor allem hat einer von denen ihre Liebe gewonnen.

Geschlagen mit einem grausamen Fluch, der wie eine Zeitbombe in ihr und ihrem Freund tickt, müssen sie nun alles wagen, um an das einzige Mittel zu kommen, das sie beide noch retten könnte. Dafür muss sie sich in die Höhle des Löwen wagen und sich zusammen mit Will in der Burg Grim auf rauschenden Festen und in dunklen Gängen den Feinden stellen.


Schon der erste Band der Geschichte bewies, dass der Autorin nicht nur die Liebesgeschichte am Herzen liegt, sondern auch das Abenteuer und der Ausbau des Hintergrunds. Deshalb hatte sie die romantischen Gefühle hintenangestellt und erst einmal die unterschiedlichen Gruppen genauer vorgestellt. Zudem baute sie auch noch eine Gefahr aus dem Hintergrund auf, die die Nightweaver ebenso wie die normalen Menschen fürchten mussten und zudem wird im Königshaus einiges an Intrigen gesponnen. Es gab einige fiese Überraschungen, die nun wieder aufgenommen werden und wichtige Handlungsfäden bilden.

Die Figuren entwickeln sich interessant weiter. Das Dreiecksverhältnis zwischen Aster, Will und Tidus, dem Prinzen der Nightweaver, ist äußerst entspannt und zeigt, dass es auch ohne Drama und Eifersüchteleien ablaufen kann, dass nun andere Dinge wichtiger sind.

Auch wenn das Abenteuer diesmal etwas braucht, um in die Gänge zu kommen, werden doch einige Geheimnisse enthüllt, zum Ende hin sogar Weichen gestellt.

Alles in allem entwickelt sich die Geschichte angenehm weiter. Die Mischung aus Piraten-Romantik und einer Gesellschaft, die der Mitte des 19. Jahrhunderts entsprungen sein könnte, funktioniert erstaunlich gut und die Spannung bleibt auf einem angenehmen Niveau. Vielleicht sind die Feinde immer noch ein wenig zu blass, aber das hebt sich die Autorin wohl für den nächsten Band auf.

„Starchaser“ setzt die Handlung von „Nightweaver“ im gleichen Ton fort. Wieder stehen Abenteuer und Intrigen im Mittelpunkt; die Romantik bleibt nicht nur auf einem jugendfreien Niveau, sondern auch ziemlich im Hintergrund. Zudem wächst die Hauptfigur auch immer besser in ihre Rolle hinein.