Beril Kehribar: Where the Night Falls - School of Darkness 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 01. Mai 2026 09:08

Beril Kehribar
Where the Night Falls
School of Darkness 1
Cove, 2026, Hardcover, 480 Seiten, 22,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Gerade im New-Adult-Bereich haben die Geschichten zugenommen, in denen eine Internatsatmosphäre mit übernatürlichen Elementen verbunden wird und düstere Gefahren das Leben der Schüler bestimmen, das eigentlich von Liebe dominiert sein sollte. In diese Kerbe schlägt auch „Where the Night Falls“ der Auftakt der „School of Darkness“-Dilogie von Beril Kehribar.
Aurelia Grey hat den Vor- oder Nachteil, dass sie die Hill Cove Boarding School von Kindesbeinen an kennt, weil sie die Tochter eines Lehrers ist. Allerdings scheint sie die einzige Schülerin zu sein, die ihre magischen Kräfte nicht kontrollieren kann, was sie zu einer verachteten Außenseiterin macht.
Deshalb findet sie auch keine Aufnahme in die elitäre Schwesternschaft, die vielleicht das Wissen und die Macht hätte, ihr zu helfen. Aber es scheint diese auch nicht zu stören, dass in der letzten Zeit immer mehr Schülerinnen einfach verschwinden. Aurelia ahnt Schlimmes und macht sich zusammen mit dem Alpha Nathanael an die Aufklärung des Dilemmas.
Klingt vertraut? Ist es auch, denn natürlich haben die Vermisstenfälle, die gegenüber der Öffentlichkeit einfach unter den Tisch gekehrt werden, einen düsteren Hintergrund, der sich Aurelia und ihrem Freund und Weggefährten nach und nach offenbart. Denn trotz aller Widerständen versuchen sie, mehr herauszufinden.
Immerhin könnte die Serie noch kein Ende gefunden haben und weiterhin jeden von ihnen treffen. Und natürlich schweigen Diejenigen eisern, die mehr über alles wissen, so dass die Helden ein wenig mehr zu tun haben - diese nur allzu bekannten Versatzstücke und Handlungsmuster werden von der Autorin geschickt eingesetzt.
Allerdings war es das auch schon, denn die Geschichte hat leider auch ihre Längen. Während manche Szenen - gerade die um den Schulalltag und die Freizeit - ziemlich in die Länge gezogen werden, bleibt der Hintergrund auf der Strecke. Man erfährt bis zum Ende nur bruchstückhaft, warum diese Schule ins Leben gerufen wurde, aber wirkliche Auswirkungen hat das noch nicht.
Aurelia ist auch erschreckend unsicher und naiv, reagiert oft nur da, wo sie eigentlich schon agieren könnte und wird mehr oder weniger formelhaft in eine Liebesbeziehung mit Nathanael getrieben.
Heraus kommt eine Geschichte, die sich so liest, als kenne man alles schon aus anderen Romanen. Inklusive einer Liebe, die sich nicht wirklich entwickelt und wie aufgezwungen wirkt. Zwar gibt es einige interessante Entwicklungen, aber ob die ausreichen, um wirklich noch auf den zweiten Band neugierig zu machen, dass muss jeder Leser wohl selbst entscheiden.
„Where the Night Falls“ zeugt von der Erfahrung der Autorin, bekannte Handlungsmuster aus dem Dark- Akademia- und Romance-Bereich solide zu einer gefälligen Geschichte zusammenzubrauen, die vermutlich schon im zweiten Band von „School of Darkness“ ihren Abschluss findet. Aber leider vermögen weder bei den Figuren noch den Geheimnissen genügend Funken überzuspringen, um wirklich spannendes Lesevergnügen zu bieten, dafür läuft einfach zu viel in den breit ausgetretenen Bahnen des Genres ab.