Jessica Iser: Blade of Night - Silberkuss (Buch)

Jessica Iser
Blade of Night - Silberkuss
Make Me Your Villain 1
Innenillustrationen: Jessica Iser
Karte: Markus Weber
Knaur, 2026, Paperback, 368 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit „Blade of Night - Silberkuss“ legt Jessica Iser den ersten Band ihrer Dilogie „Make Me Your Villain“ vor und steuert neben der Geschichte sogar ein paar Innenillustrationen bei, die ihre Hauptfiguren zeigen, was man auch nicht alle Tage sieht.


Vor langer Zeit waren Nachtelfen und Menschen einmal Freunde, was aber sein Ende fand, als ein Meteorit die „Sternenkluft“ schuf und den Menschen auch etwas gab, was sonst nur den Elfen eigen war: Magie. In der Folge wurden die Sterblichen zu machtgierig und zahlten den Preis.

Seither liegen die beiden Völker im Krieg und das nun schon seit einigen Jahrhunderten. Doch nun scheint eine uralte Macht aus den Tiefen der „Sternenkluft“ aufzusteigen. Als die menschliche Heerführerin Zelie dem nachgeht, trifft sie immer wieder auf den Nachtelfen-Paladin Aries. Beide erkennen recht schnell, dass sie die gleichen Ziele haben…


…und wie man sich denke kann, entwickelt sich zwischen den Beiden bald weitaus mehr, da jeder den anderen auf seine Weise durchaus anziehend findet. Das ist wohl der Preis, den man heute für eine Geschichte zahlen muss, die sich verkaufen soll. Denn eigentlich sind die romantisch-leidenschaftlichen Aspekte nur das Salz in der Suppe und sollten nicht zum Hauptthema werden. Denn die Voraussetzungen für ein spannendes Abenteuer wären da. Nicht nur Aries, auch Zelie sind keine Teenager mehr, sondern stehen in der Mitte ihres Lebens. Sie haben wichtige Aufgaben und die entsprechende Stellung. Zudem sorgen sie sich beide um ihre Völker und ihre Heimat, was zunächst sogar an erster Stelle steht. Allerdings gehen die Charakterisierungen, vor allem die der Nebenfiguren, darüberhinaus doch nicht sonderlich in die Tiefe.

Die Autorin lässt es sich nicht nehmen, immer wieder auch die Vergangenheit anzusprechen und einzubauen und damit dem Ganzen einen Hintergrund zu geben. Zumindest die Geschichte der beiden Völker und Reich ist gut beschrieben und liefert den Zündstoff für die Gegenwart, da auch wieder etwas zum Tragen kommt, was die Nachtelfen eigentlich ausgerottet zu haben glaubten.

Die Spannung wird durch einige überraschende Wendungen aufrechterhalten, und wie bei so vielen Romantasy-Abenteuern üblich endet natürlich der erste Band in einem besonders fiesen Cliffhanger. Zumindest muss man auf die Fortsetzung dann auch nicht all zulange warten.

„Blade of Night - Silberkuss“ bietet immerhin etwas mehr als reines Liebesgeflüster und baut auch das Abenteuer mitsamt Hintergrund etwas aus, aber allzu viel Tiefe sollte man dennoch nicht bei diesem ersten Band des „Make Me Your Villain“-Zweiteilers trotzdem nicht erwarten. Nett zu lesen und vor allem kurzweilig ist die Geschichte aber allemal.