Aurin von Aderhold: Indigo Animals - Das Netz des Schicksals (Buch)

Aurin von Aderhold
Indigo Animals - Das Netz des Schicksals
2025, 316 Seiten, 14,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Es gibt genug phantastische Romane, die einfach nur zur Unterhaltung dienen, so dass nicht viel mehr hinter ihnen steckt. Aber es gibt auch Geschichten, die genau diese übernatürlichen Elemente nutzen, um spielerisch eine Botschaft zu vermitteln. Zu dieser Kategorie gehört auch „Indigo Animals - Das Netz des Schicksals“ von Aurin von Aderhold.


Mehr oder weniger über Nacht, vielleicht auch ausgelöst durch Fragen seiner Tochter Lara, kommen dem Biobauern Michael Hoffmann, auch Michl genannt, Bedenken. Er fragt sich, ob er wirklich so viel besser ist als die konventionellen Höfe rundherum.

Derweil rüsten rund auf dem Globus die Indigokrieger der verschiedenen Stämme der Elfen und Feen zum Kampf. Im Zeichen der allwissenden und universellen Macht wollen sie den Dunkeldämonen, die die Menschenseelen verdorben haben, aufhalten, die Erde zu vernichten.


Die Autorin nutzt zwei Handlungsebenen, um junge, wie auch alte Leser auf die Gräuel aufmerksam zu machen, die Menschen im Zeichen der Agrar-Industrie, der Umweltzerstörung aber auch aus schierer Lust an der Grausamkeit begehen.

Dazu nutzt sie ein persönliches Drama rund um den Biobauern Michl, um auf die unmittelbaren Grausamkeiten aufmerksam zu machen: die Massentierhaltung, bei der die Tiere nur als seelenlosen Ware angesehen und auch ähnlich behandelt, getötet und entsorgt werden. Die einzelnen Szenen, die manchmal schwer zu verdauen sind, regen bewusst zum Nachdenken an, gerade weil auch immer wieder Kinder involviert sind, die Vieles noch mit anderen Augen sehen.

Phantastisch wird es auf der Seite der Indigokrieger aus den verschiedenen Stämmen der Elfen und Feen. Sie mögen zwar abseits der Menschen leben und von denen nicht bemerkt werden, können aber auch Tiergestalt annehmen und mit diesen interagieren, was manchmal üble Folgen hat.

Auch hier weist die Autorin auf die Missstände hin, die im Verhältnis der Menschen zur Erde und ihren tierischen Bewohnern zu finden sind. Von der schieren Lust auf die Jagd für Trophäen, von Umweltzerstörung und Achtlosigkeit, die so vielen Wesen das Leben kosten. Das mag gelegentlich sehr plakativ und drastisch in den Schilderungen wirken, verfehlt aber auch hier seine Wirkung nicht.

Die Handlung beider Ebenen ist überschaubar, aber tatsächlich ist der Weg das Ziel, will die Autorin die Leser egal welchen Alters aufrütteln und dazu bringen, bewusster durch die Welt zu gehen, schon im Kleinen Dinge zu bewirken. Die magischen Parallelwelten sind jedenfalls farbenprächtig und liebevoll in Szene gesetzt und geben den Tieren eine Stimme und ein Wesen, das für uns Menschen leichter zu verstehen ist. Zudem strahlt das Buch auch eine gewisse Hoffnung und Zuversicht aus.

„Indigo Animals - Das Netz des Schicksals“ ist nicht immer ein bequemes Buch, aber eines, das mit viel Phantasie und Liebe seine Botschaft für eine bessere Welt vermitteln will. Vielleicht schafft es ja das Wunder, den einen oder anderen, egal wie alt und welchen Geschlechts, aufzurütteln und achtsamer zu sein, vielleicht auch, sich mehr zu engagiere