Lena Falkenhagen & Thomas Finn: Der dunkle Brunnen - Im Schatten Simyalas 3 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 03. April 2026 09:25

Lena Falkenhagen & Thomas Finn
Der dunkle Brunnen
Im Schatten Simyalas 3
Piper, 2026, Paperback, 528 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
„Im Schatten Simyalas“ ist eine der legendären Kampagnen für „Das Schwarze Auge“, die vielleicht keine großen politischen Auswirkungen hatte, aber dennoch die magische Welt aufzuwühlen wusste und den Kampf von Gut gegen Böse auf ein anderes Level brachte. Im dritten Band, „Der dunkle Brunnen“, zieht das Tempo nun deutlich an.
Die versunkene Elfenstadt Simyala wiederzufinden ist immer noch das vordringliche Zielt der Heldengruppe, die damit dem Treiben der Jünger des Namenlosen Gottes zuvorkommen wollen. Und wieder agieren sie auf unterschiedliche Art und voneinander getrennt, wenn auch nicht ganz grundlos.
Während die Scharlatanin Franya mit ihren Freunden, unter ihnen auch die Skaldin Eyvin und der Halbelfe Lindon, in Richtung der Salamandersteine wandern, um dort zielgerichteter Spuren zu finden, schließt sich in Gareth die Diebin Vike dem Adligen Wulfhard an. Könnte das Kunstwerk eines elfischen Malers Antworten auf ihre Fragen geben?
Die Helden sind nun an einem Punkt angelangt, an dem sie nicht länger Auserwählte wider Willen sind, sondern genau wissen, was das Ziel ihrer Gegenspieler ist und welch wichtige Aufgabe sie haben. Denn wie so oft ist der Kampf gegen das Böse im Kleinen vielleicht sinnvoller als riesige Schlachten.
Zumal der Feind gerissen und hinterhältig daherkommt, denn die Diener des Namenslosen Gottes sind heimtückisch und verbergen sich hinter Masken, die nicht immer leicht zu durchschauen sind. Und immerhin kommen auch ein paar der Drahtzieher ans Licht. Das sorgt nicht nur für interessante Enthüllungen, sondern auch Spannung. Denn natürlich haben die Helden auch weiterhin mit Schwierigkeiten zu kämpfen, scheinen ihrem Ziel nicht wirklich näher zu kommen. Und geraten immer mehr in Schwierigkeiten - aber das ist typisch für die Bände, die letztendlich die Weichen für das große Finale stellen werden.
Das wird wortreich in Szene gesetzt, denn natürlich lassen es sich die Autoren nicht nehmen, auch kulturelle und magische Geheimnisse der Welt Aventurien atmosphärisch in Szene zu setzen, um die Fans zufriedenzustellen. Aber auch Nicht-Spielende kommen ganz gut damit zurecht, da Erklärungen in die Handlung mit eingebaut sind.
Die Figuren mögen zwar immer noch ein wenig den Archetypen der Heldengruppe entsprechen, die passend für eine solche Kampagne wären, haben inzwischen aber doch wesentlich mehr Profil entwickelt. Allein ihre Gegenspieler bleiben weiterhin blass. Die Geschichte lebt vor allem durch die farbenprächtig erzählten Begegnungen und Momente, insgesamt zieht sich die Handlung aber schon ein wenig.
„Der dunkle Brunnen“ setzt die „Im Schatten Simyalas“-Tetralogie gelungen fort. Auch wenn der Roman immer noch wortreich erzählt wird, um Ambiente zu schaffen, so zieht die Spannung doch merklich an und erste Fäden werden miteinander verwoben, um so langsam die Weichen für den Abschlussband zu stellen. Unterhalten werden kann man auch ohne Vorwissen ganz gut, allerdings sollte man ein Fan episch erzählter High Fantasy sein. Aber vermutlich werden vor allem Fans von „Das schwarze Auge“ ihren Spaß haben können.