Dorit Medved: Die Melodie des Sturms (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 02. April 2026 13:18

Dorit Medved
Die Melodie des Sturms
2025, Hardcover, 400 Seiten, 19,60 EUR
Rezension von Christel Scheja
Dorit Medwed hat sich schon früh von Fantasy-Romanen inspirieren lassen und irgendwann selbst zu schreiben angefangen. Bereits mit vierzehn Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, „Schattenlicht“, dem bald eine Fortsetzung folgte. Und nun erscheint mit „Die Melodie des Sturms“ ihr drittes Buch.
Heather „Storm“ Campbell steht nun völlig allein da, denn sie verlor nicht nur ihre Eltern, sondern entfremdete sich auch von ihrer besten Freundin. Deshalb ist die Einladung eines Fremden, sie in eine andere Welt zu begleiten, reizvoller als gedacht.
Das Mädchen lässt sich auf das Abenteuer ein und merkt schon bald, dass nicht alles so phantastisch und märchenhaft ist, wie sie gedacht hat. Denn ganz offensichtlich verbergen der Fremde und seine sechs Mitherrscher ein dunkles Geheimnis vor ihr.
Es gibt immer wieder Geschichten, in denen junge Frauen aus unserer Welt in ein Fantasyland geraten und erst nach und nach herausfinden, warum sie dort gelandet sind und welche Aufgabe sie offensichtlich zu erfüllen haben.
In dieser Hinsicht erzählt die Autorin nichts Neues. Aber immerhin ist ihre Heldin nicht die große Überfliegerin, die gleich alles weiß und kann. Sie mag zwar ein unübliches Schicksal hinter sich haben, ist aber immer noch ziemlich unerfahren und auch unsicher, was sie erst einmal in eine Falle tappen lässt. Aber immerhin lernt sie daran, zu wachsen, nachzuforschen und eigene Erfahrungen zu machen, deutlich nachzufragen, was nach und nach auch dabei hilft, herauszufinden, was die sechs Herrscher der Welt eigentlich antreibt. Auch die anderen wichtigen Charaktere erhalten genug Profil.
Die Fantasywelt ist nur so weit ausgearbeitet, wie es für die Geschichte notwendig zu sein scheint, bedient jede Menge kultureller Klischees und rückt nur nach und nach mit dem magischen Hintergrund heraus. Dennoch sind einige Ideen recht witzig und ungewohnt, sorgen dafür, dass Lesende neugierig bleiben. Immerhin fügt sich auch die Liebesgeschichte angenehm in die Handlung mit ein und weiß an einigen Stellen zu überraschen. Dennoch gibt es zwischendurch ein paar Längen, die die Spannung etwas abschwächen.
Das Ganze endet zwar insgesamt in sich abgeschlossen, es bleiben aber noch einige Fragen offen, so dass eine Fortsetzung sicher nicht lange auf sich warten lässt.
„Die Melodie des Sturms“ ist eine solide und kurzweilige Fantasy-Geschichte, die irgendwo zwischen Young Adult und Romantasy pendelt. Einige nette und interessante Ideen können erfahrene Leser aber nicht darüber hinwegtäuschen, das Vieles auch sehr bekannt ist.