Laurie Harmening: Montcrest University 1 (Buch)

Laurie Harmening
Montcrest University 1
Cove, 2026, Paperback, 496 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Romantische Geschichten im College-Setting sind immer noch sehr beliebt, egal ob das Internat nun in einer irdischen Umgebung angesiedelt ist oder aber einen übernatürlichen Anstrich hat, so wie in „Montcrest University 1“, das zwar in der Moderne angesiedelt ist, aber sich als Schule für Schattenengel und Dämonen erweist.


Grace Blackmore mag zwar nur ein Schattenengel sein und damit in der Rangordnung unter den Dämonen stehen, aber sie will, wie ihre ehrgeizigen Eltern, an der Spitze stehen, was an der Montcrest University nicht einfach ist, weil dort die Blutlinie und nicht das Talent über die Rangfolge entscheidet.

Und die nimmt nun einmal Isak Volstrom ein, der zur Familie mächtiger Dämonen gehört und das auch heraushängen lassen will. Der ist es gewohnt, alle zu kontrollieren, was ihm bei Grace allerdings nicht gelingen will, weil sie selbst seine Gedanken blocken kann. So sind die beiden natürliche Rivalen.

Denn in diesem Schuljahr geht es um mehr als sonst. Die Lehrer bieten den fünf Besten unter den Schülern nämlich die Gelegenheit, mit einigen Lehrern in die Hölle hinabzusteigen und dort einen wichtigen Preis an sich zu bringen. Und genau das ist das, was Isak und Grace wollen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen.


Das ist die rote Linie, die sich durch das ganze Buch zieht. Damit die Leser auch beide Charaktere besser kennenlernen, wird die Geschichte in alternierenden Kapiteln bewusst aus beider Sicht erzählt.

Allerdings sollte man als Leser nicht allzu große Enthüllungen und Überraschungen erwarten, denn natürlich wird das Bad Boy Image des jungen Volstrom nach und nach demontiert, damit er sympathisch genug wird, um mit der Heldin anzubandeln.

Grace tritt die meiste Zeit überraschend selbstbewusst und eigenständig auf, braucht aber gelegentlich auch Hilfe durch Isak, was dazu führt, dass die beiden einander näherkommen und sich besser kennenlernen, sogar einen intimen Moment bekommen.

Das Ganze ist routiniert geschrieben, die Autorin weiß genau, welche Register sie ziehen muss, um ihre Hauptleserschaft in den Bann zu schlagen. Allerdings fließen dadurch aber auch keine besonderen Überraschungen in das Geschehen mit ein, alles liest sich gerade für erfahrene Leser schon, als würden sie Figuren und auch Handlung bereits irgendwie kennen. Daher kommt die Geschichte nicht wirklich über ein Mittelmaß hinaus, gerade weil die Autorin sich zu sehr an die gängigen Klischees hält, auch was das College-Setting betrifft.

„Montcrest University 1“ ist solide Romantasy, die vor allem jüngere Leser gefallen könnte. Die Autorin bietet eine runde und entspannte Geschichte für Zwischendurch, die alle Erwartungen erfüllt, die man als Fan an das Genre haben könnte, allerdings auch nicht mehr.