Rosa Baumann: Consomnio: Im Bann von Essentis (Buch)

Rosa Baumann
Consomnio: Im Bann von Essentis
Consomnio 1
Illustrationen: Lena Faust
2025, Hardcover, 528 Seiten, 26,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit „Im Bann von Essentis“ präsentiert die in Nordhessen geborene und aufgewachsene Rosa Baumann nicht nur ihren Debüt-Roman, sondern auch den Auftakt zur „Consomnio“-Trilogie, die sich zwischen Traum und Realität bewegt und auch zu romantischen Gefühlen nicht „Nein“ sagt.


Elisa Sinclair hat das Gefühl, an einem Tiefpunkt in ihrem Leben angelangt zu sein, denn sie verliert überraschend ihren Job, mit dem sie sich den Lebensunterhalt verdient - und auch die Beziehung zwischen ihr und ihrem Freund Ryan wird immer toxischer für sie. Doch durch ein Vorstellungsgespräch tritt Cassian in ihr Leben.

Durch ihn kommt sie in Berührung mit dem, was ohnehin schon die ganze Zeit durch ihren Schlaf geistert. Denn in der verborgenen Realität des Consomnio können Träume töten und eine dunkle Macht streckt die Fühler immer mehr nach ihr aus, weil sie vielleicht der Schlüssel zu deren Befreiung oder Untergang ist.


Auf den ersten Blick mag die Geschichte, die die Autorin hier präsentiert, sehr konventionell wirken, denn immerhin finden sich viele klassische Zutaten, angefangen mit einem magischen Reich, in dem Licht und Schatten klar voneinander getrennt zu sein scheinen, aber auch düstere Geheimnisse lauern, und dass in Träumen immer wieder in unsere Realität hinüberschwappt.

Und dann ist da die Heldin, die zunächst ein ganz normales Leben führt, das aber immer mehr auseinanderzubrechen scheint und durch einen geheimnisvollen jungen Mann nach und nach in diese andere Welt eingeführt wird, in der sie eine besondere Bestimmung zu erfüllen hat.

Aber es ist bewundernswert, was Rosa Baumann daraus macht. Denn obwohl Vieles erfahrenen Lesenden bekannt vorkommen dürfte, überrascht sie doch immer wieder mit kleinen, aber feinen Wendungen und Entwicklungen, die man nicht vorhersehen konnte.

Auch die Figuren sind abwechslungsreich gestaltet: Gut wie Böse, hat seine Facetten, die wahren Monster sind nicht unbedingt die, die das groß herausposaunen. Dazu machen die Hauptfiguren Elisa und Cassian interessante Entwicklungen durch, denn gerade die junge Frau wächst durch die Erlebnisse und Erfahrungen nach und nach über sich hinaus.

Dazu kommen interessante Nebenfiguren, und auch ein Gegenspieler, der nicht so schwarz, dunkel und böse zu sein scheint, wie er anfangs wirkt, denn man lernt nach und nach zu verstehen, warum er so geworden ist.

Die Autorin nimmt sich viel Zeit, die Figuren und vor allem auch die Welt auszubauen, streut geschickt die Hinweise aus, die die Entwicklungen rund machen und sorgt mit einem fiesen Showdown wie auch einem Cliffhanger dafür, dass man gespannt auf den kommenden Band bleibt.

Romantische Herzen werden übrigens auch zufriedengestellt, aber die Liebe fügt sich angenehm in das Abenteuer mit ein. Zudem ist die Geschichte flott und kurzweilig geschrieben, es gibt weder Längen noch Ungereimtheiten.

„Consomnio: Im Bann von Essentis“ ist das gelungene Debüt von Rosa Baumann, die gleich viel richtig macht und aus durchaus bekannten Zutaten eine Geschichte mischt, die sich sehen lassen kann, durchbricht sie doch immer wieder die Erwartungen und kann mit einem interessanten Hintergrund und facettenreichen Figuren punkten, der auch Fantasy-Fans durchaus in den Bann schlagen könnte und nicht nur romantische veranlagte Herzen.