A. K. Caggiano: Throne in the Dark: Die Flamme des Bösen (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 29. März 2026 09:10

A. K. Caggiano
Throne in the Dark: Die Flamme des Bösen
Villains and Virtues 1
(Throne in the Dark - Villains and Virtues 1, 2022)
Übersetzung: Kerstin Fricke
Titelbild und Illustration: Jyotirmyee Patra
Tor, 2026, Paperback, 560 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Gegensätze ziehen sich an. Das wissen viele Autoren und erfinden für ihre Geschichte höchst unterschiedliche Pärchen, zwischen denen es erst ordentlich kracht, dann aber genauso heftig knistert - und das in allen Abstufungen. Genau so etwas bietet auch A. K. Caggiano in ihrem Roman „Throne in the Dark: Die Flamme des Bösen“, dem ersten Teil von „Villains and Virtues“.
Damien Maleficus Blutdorn ist nicht nur ein Halbdämon sondern auch dazu ausersehen, seinen Vater und andere mächtige Kreaturen der Finsternis aus ihrem Gefängnis zu befreien und damit Dunkelheit über die Welt zu bringen. Sein ganzes Leben hat er bisher dem großen Ziel gewidmet.
Und nun wirkt er seinen mächtigsten und düstersten Zauber, doch just in diesem Moment greift die niedliche Diebin Amma zu und bindet sich aus Versehen an das Artefakt. Nun ist guter Rat teuer. Er könnte sie einfach töten, aber es gibt ein paar Kleinigkeiten, die dagegen sprechen könnten… und es auch unerwartet tun.
Und da haben wir das perfekte Team, denn Amma ist ausgesprochen gutgläubig und blauäugig, sieht eigentlich immer das Gute in allem und bringt auch Damien, der bisher einen eher dunklen Pfad entlangwanderte, zum Nachdenken. Außerdem weckt sie etwas in ihm, was ihm schon bald zu schaffen macht: Gefühle, die er eigentlich nicht wahrhaben will. Zumal er sie so auch nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen scheint.
Deshalb nimmt er sie auch mit auf seine Reise, nicht ahnend, dass er dadurch keine Distanz gewinnt, sondern alles noch schlimmer macht, zumal auch die junge Frau so Einiges an Geheimnissen mit sich herumschleppt.
Eines will die Geschichte tatsächlich nicht: das Rad neu zu erfinden und eine außergewöhnliche Handlung bieten. Tatsächlich war der Roman zunächst als Parodie gedacht, was man dem Stil und manchen Szenen auch noch anmerkt, hat dann aber wohl ein Eigenleben entwickelt und spult nun natürlich das ab, was für die Romantasy eigentlich mehr als typisch ist. Denn Damien sieht Amma irgendwann nicht mehr als lästiges Anhängsel, sondern setzt sich sogar für sie ein.
Die junge Frau macht immerhin keine Anstalten tough, unabhängig und stark zu wirken, was auch nicht zu ihrer liebenswert naiven Art gepasst hätte. Und das sorgt, neben ein paar schrägen Begleitern wie dem Teufelchen Kaz, für ein wenig Humor.
Deshalb geht die Geschichte auch nicht sonderlich in die Tiefe. Sie wird augenzwinkernd erzählt, macht sich manchmal über gängige Klischees des Genres lustig und bietet ein unterhaltsames und sogar gelegentlich magisches Abenteuer, das weitestgehend ohne Spice auskommt.
„Throne in the Dark: Die Flamme des Bösen“ ist deshalb vielleicht nicht ganz die Parodie, die sich Manche erhoffen, bietet aber vor allem für Romantasy-Fans flott geschriebene und leichtgängige Unterhaltung mit sympathischen Figuren und einer nett in Szene gesetzten Handlung, die einen ab und zu zum Schmunzeln bringt.