Anne Bishop: Nachtkönigin - Die Schwarzen Juwelen 3 (Buch)

Anne Bishop
Nachtkönigin
Die Schwarzen Juwelen 3
(Queen of Darkness - Black Juwels Trilogy 3, 2000)
Übersetzung: Ute Brammertz
Heyne, 2026, Paperback, 640 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Die ursprüngliche Trilogie um die „Schwarzen Juwelen“ findet erst einmal ihren Abschluss, obgleich Anne Bishop inzwischen mindestens acht Romane aus der Welt veröffentlicht hat. Deshalb dürfen neue Fans gespannt darauf sein, ob auch der Rest der Geschichten erscheinen wird. Jetzt schließt sich aber erst einmal dieser Handlungsbogen in „Nachtkönigin“.

 

Weitere Jahre sind vergangen. Unter dem Schutz des Höllenfürsten Saetan konnte Janaelle in Ruhe aufwachsen und lernen, die Macht erringen, die sie als prophezeite Königin des Blutes eigentlich beherrschen soll. Das mindert aber nicht die Intrigen, die um sie gesponnen werden. Andere Königinnen wie Hekatah oder Dorothea sind nicht bereit, klein beizugeben.

Zudem ist auch Daemon Sadi immer noch verschwunden, der Kriegerprinz, mit dem Jaenaelle verbunden ist und ohne den sie ihre Kräfte nicht vollends entfalten kann. Während sie sich auf die Suche nach ihm macht, versuchen andere genau diese Schwäche auszunutzen, um sie doch noch zu vernichten.


Auch in diesem Band mag sich zwar immer noch alles um Janaelle drehen, aber sie ist keine der Hauptfiguren, sondern taucht eher selten auf. Die Handlung dreht sich tatsächlich mehr um die Ränke, die die verschiedenen Parteien gegeneinander spinnen, seien es die Königinnen, die ihre Macht nicht abgeben wollen und erneut auf Konfrontation und Krieg setzen, oder die Unterstützer der jungen Königin, die einen anderen Weg suchen, um genau das zu verhindern.

Es wird also intrigiert, was das Zeug hält, Bündnisse werden neu geschmiedet, andere munter zerbrochen, so dass das Misstrauen auf allen Seiten wächst.

Dunkle Leidenschaft und Liebe dürfen zwar auch immer wieder Thema werden, beherrschen das Geschehen aber nicht. Es geht stellenweise recht brutal zu, wie in einem klassischen Drama.

Alles in allem bietet Anne Bishop hochkomplexe Dark Fantasy in einem Umfeld, das man kulturell zwar nicht einordnen kann, dass aber Fans höfischer Intrigen und Machtspiele erfreuen dürfte. Das Ganze zieht sich durch die ganzen Dialoge und Interaktionen ziemlich und fordert gelegentlich Geduld.

Immerhin ist die Handlung weitestgehend in sich geschlossen, auch wenn natürlich einige Fragen noch nicht geklärt wurden. Aber letztendlich finden sich Daemon und Janaelle genau da wieder, wo sie eigentlich hinsollten, auch wenn beide für Hauptfiguren erstaunlich schwach wirken, was sie wohl auch ein wenig menschlicher macht.

Man merkt sehr deutlich, dass die Geschichte schon etwas älter ist, denn leidenschaftliche Momente sind eher ein Teil der Handlung, als dass das romantische Begehren alles beherrschen dürfte. Dazu sind zu viele auf den Erhalt ihrer eigenen persönlichen Macht fixiert.

Mit „Nachtkönigin“ findet die ursprüngliche Trilogie um „Die Schwarzen Juwelen“ ihren Abschluss. Die Geschichte zeigt noch einmal sehr deutlich, dass vor zwanzig Jahren sinnliche, teils recht düstere Leidenschaften zwar ein Teil der Dark Romantasy waren, aber die Handlung eher von Intrigen und munteren Machtspielchen beherrscht wurde und weniger von Bettgeschichten.